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Häufig wird unter Pferdekennern diskutiert, ob es sich bei den auf Island heimischen Vierbeinern nun um Pferde oder Ponys handelt. Tatsächlich hat sich mittlerweile die Bezeichnung des Islandpferdes im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. Doch eigentlich handelt es sich bei der isländischen Rasse um Ponys, denn als Ponys werden alle Kleinpferde mit einem Stockmaß von unter 148 cm bezeichnet. Isländer haben jedoch nur ein Stockmaß von etwa 130 bis 145 cm.
Trotzdem wird im folgendem Text weiterhin der übliche Begriff „Islandpferd” verwendet, auch wenn dies fachlich nur bedingt richtig ist.
Herkunft der Islandpferde
Als die ersten Wikinger im 9. Jahrhundert nach Island kamen, führten sie auf ihren Schiffen ein wichtiges „Gut“ mit: Das Pferd! Ohne diese Vierbeiner wäre die Besiedlung der lebensfeindlichen Vulkaninsel nur schwer möglich gewesen. Erstmals erwähnt wurden die Pferde auf Island im Jahre 941 n. Chr. Über Jahrhunderte boten sie die einzige Möglichkeit Menschen und Lasten über größere Entfernungen zu transportieren. In Kriegs- wie auch in Friedenszeiten waren das Pferd für den Wikinger ein unentbehrlicher Helfer. Es wurde von den Menschen ebenso geliebt, wie das wilde, weite Land.
Das Islandpferd stellte zu jener Zeit auch einen wichtigen Beitrag zur Ernährung dar. Lange war Pferdefleisch eine der Hauptnahrungen für die Inselbewohner. Doch auch heute noch dient es der Fleischgewinnung. Ein Fohlen liefert (ohne Kraftfutter) am Ende des ersten Jahres ca. 90 kg Proteine.
Das Pferd im heutigen Island
Die Wikingerpferde haben sich in ihrer Art bis heute erhalten. Sie sind extrem anspruchslos und haben eine ungewöhnliche Widerstandskraft entwickelt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Islandpferd außerhalb Islands wieder entdeckt und es kehrte nach über 1.000 Jahren auf den europäischen Kontinent zurück. Jedoch darf aufgrund eines Gesetztesebeschluss im Jahre 1904 bis heute ein Islandpferd, das die Insel einmal verlassen hat, nicht zurückkehren. Auf diese Weise soll die Rasse erhalten bleiben und vor Krankheiten vom Festland geschützt werden.
Zwar werden die „Isländer” erst mit vier Jahren eingeritten, doch können diese Pferde ein Alter von über 20 Jahren erreichen. Auch in diesem hohen Alter können sie meistens noch geritten werden. Reiter schätzen bei Islandpferden vor allem ihre fünf Gangarten. Neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen sie auch noch den Pass und den so genannten Tölt. Bei letzterer Gangart sitzt der Reiter trotz eines hohen Tempos relativ ruhig im Sattel.
Noch heute hat das Islandpferd für die einheimische Bevölkerung eine große Bedeutung. Der überwiegende Anteil der Isländer ist vernarrt in diese Tiere. Doch haben die Vierbeiner auch heute noch eine wirtschaftliche Bedeutung. In der Landwirtschaft wird es im Herbst zum Schafabtrieb eingesetzt. Hier erweist es sich nach wie vor als unersetzlich. Nur mit dem Pferd lassen sich die Schafe aus dem schwer zugänglichen Hochgebirge in die Täler treiben. Zudem ist das Islandpferd auch ein Exportschlager und wird von Pferdeliebhabern auf der ganzen Welt geschätzt. Und nicht zuletzt ist es auch eine Touristenattraktion. Die Islandpferde gehören ebenso zur Landschaft der Insel, wie die mächtigen Wasserfälle, Thermalgebiete und Vulkane. Zahlreiche Bauernhöfe und Reiseveranstalter bieten von Tagesausflügen bis hin zu mehrwöchigen Touren jede Art von Ausritten an.
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