Erdgeschichte

Allgemeine Geologie

Auf diesen Seiten finden Sie eine Einführung in die allgemeine Geologie. Erdgeschichte, endogene und exogene Prozesse sowie die Geologie Islands werden hier übersichtlich und leicht verständlich erläutert.

Erdgeschichte

Einleitung

Die Erde aus dem All
Blick zur Erde während der Mondumkreisung
von Apollo 8 im Dezember 1968. Quelle: NASA
Die Erde entstand vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren. Seitdem haben geologische Prozesse den Planeten immer wieder neu gestaltet. Zu diesen Vorgängen gehören endogene Prozesse, wie beispielsweise Plattentektonik, Vulkanismus und Erdbeben. Sie werden in dieser Einführung in die Allgemeine Geologie in Kapitel 2 behandelt. Die so genannten exogenen Prozesse hingegen wirken direkt auf der Erdoberfläche. Hier stehen Verwitterung und die anschließende Erosion durch Wind, Gletscher und Flüsse im Zentrum der Beobachtung. Mit den exogenen Prozessen beschäftigt sich Kapitel 3 dieser Rubrik.

Mit Hilfe moderner Methoden der Geowissenschaften können Wissenschaftler heute die geologische Geschichte einzelner Landstriche, aber auch von Ozeanen, zurückverfolgen und ihre Entstehung rekonstruieren. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern befassen sich Geologen bei ihren Untersuchungen häufig mit sehr unterschiedlichen Zeiträumen. Die Messung von Erdbebenwellen beispielsweise erfolgt in Bruchteilen von Sekunden, während die Entstehung eines Ozeans mehrere Zig-Millionen Jahre andauert. Hier befinden wir uns in zeitlichen Dimensionen, die für den Menschen nur schwer vorstellbar sind.

Um die zeitliche Entwicklung der Erde besser zu veranschaulichen, ist es hilfreich, die Zeitspanne von 4,6 Mrd. Jahren auf ein Kalenderjahr zu projizieren. Demnach würde die Erde am 1. Januar entstehen. Der Kern, Mantel und die Kruste bilden sich in den ersten sieben Wochen des Jahres. Gegen Ende Februar entstehen die ersten primitiven Lebensformen, doch es dauert noch das ganze Frühjahr, den Sommer und den Anfang des Herbstes, bis sich auf der Erde die Kontinente und Ozeane ungefähr in ähnlicher Form gebildet haben, wie wir sie heute kennen. Am 25. Oktober beginnt die Periode des Kambriums, in dem die ersten höheren Organismen auftreten. Doch erst am 7. Dezember entwickeln sich die ersten Reptilien, und an Weihnachten, dem Ende der Kreidezeit, sterben die Dinosaurier aus. Am zweiten Weihnachtsfeiertag beginnt sich der heutige Nordatlantik zu öffnen, und am Nachmittag des 30. Dezember steigt die Insel Island aus den Fluten des Nordatlantiks empor. Der Homo Sapiens, also der moderne Mensch, erblickt erst an Silvester um 23 Uhr das Licht der Welt. Um 23:58 Uhr und 45 Sekunden endet die letzte Eiszeit. Der Wikinger Leif Eriksson entdeckt sieben Sekunden vor Mitternacht den nordamerikanischen Kontinent. Christoph Kolumbus geht dort 3,5 Sekunden nach ihm an Land. Und nur wenige Zehntel Sekunden vor dem Jahreswechsel werden Sie, verehrter Leser, geboren.

Geologische Zeittafel

Im 19. und 20. Jahrhundert erstellten Geologen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse über das Alter der Erde und der Gesteine eine geologische Zeitskala, deren Abschnitte sich auf die entsprechende Abfolge von Gesteinen und Fossilien beziehen. Die Zeitskala ist in vier Einheiten unterteilt: Äonen, Ären, Perioden und Epochen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die in der Geologie üblichen erdgeschichtlichen Zeiteinheiten in Millionen Jahren.

Geologische Zeitskala der Erdgeschichte
Abbildung: Geologische Zeitskala

Bei dieser Einteilung ist die Zeiteinheit eines Äon am längsten und die einer Epoche am kürzesten. Die älteste Einheit der Äonen ist das Archäikum, abgeleitet von dem griechischen Wort archaios ("uranfänglich") und umfasst Gesteine im Alter von vier bis 2,5 Mrd. Jahren. Diese ältesten noch erhaltenen Gesteine der Erde wurden in Westgrönland, Kanada und Australien gefunden. Zusammen mit dem Proterozoikum bildet das Archaikum das Präkambrium.

Die am häufigsten verwendete Zeiteinheit sind die Perioden, deren Zeitrechnung mit den ältesten gefundenen Fossilien zu Beginn des Kambriums anfängt. Die Gesteine der jüngsten Perioden, des Tertiär und des Quartär, sind verständlicherweise am besten bekannt und untersucht. Nach Aussterben der Dinosaurier und der beginnenden Öffnung des heutigen Atlantischen Ozeans teilen sich die Perioden in die kleinsten Einheiten, die Epochen, auf. Die jüngste von ihnen ist das Holozän, das mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahre begann. Diese Epoche wird häufig auch als postglaziales Zeitalter bezeichnet.
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