Andere exportierende Wirtschaftszweige

Island ist geologisch gesehen eine relativ junge Insel, deren Aufbau im Atlantischen Ozean erst vor rund 25 Mio. Jahren durch submarine Vulkanausbrüche begann. Daher ist das Land arm an Bodenschätzen, wie beispielsweise Öl und Kohle. Lediglich der bei Vulkanausbrüchen geförderte Bimsstein, der in der Industrie in Filteranlagen Verwendung findet, kann exportiert werden. Der Abbau der wenigen Erze und Braunkohlevorkommen in den älteren Landesteilen ist wirtschaftlich nicht rentabel.

Einige Exporte finden sich im medizinischen Bereich. Im Jahr 2000 wurden Medizin und medizinische Produkte im Wert von 3 Mrd. ISK exportiert. Gemessen an den enormen Exportmengen der Fischerei, der Aluminiumindustrie und des Tourismus ist diese Branche jedoch kaum nennenswert. Noch weniger bedeutsam ist die Produktion von Wolle und Wollwaren. Die Exporterlöse dieser Produkte lassen sich jedoch eher in den Bereich der Landwirtschaft bzw. des Tourismus zuordnen, denn Wollwaren werden häufig als Souvenirs von Touristen gekauft. Auch andere Exporte lassen sich indirekt einer der großen Wirtschaftszweige zuordnen, wie beispielsweise technische Entwicklungen für die Fischerei und Futtermittel für die Fischzucht. Die Ausfuhr von Siliziummetall in Höhe von 3,9 Mrd. ISK ist eher der energieintensiven Industrie anzurechnen, zu der auch die Aluminiumindustrie gehört.

An Bedutung gewonnen hat in der isländischen Wirtschaft mittlerweile die Telekommunikations- und Informationstechnologie. Im Bereich der Software-Entwicklung konnte Island beispielsweise bereits einige Erfolge verzeichnen. Viele Entwicklungen sind jedoch für den inländischen Markt konzipiert.

Weitere große Wirtschaftszweige, deren Unternehmen teilweise oder besonders für den Export produzieren, lassen sich in der isländischen Volkswirtschaft also nicht finden.


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