Islands Geldpolitik

Eine kurze Einführung in die Geldpolitik der Republik Island.

Die Geschichte der isländischen Währung

Islands gesetzliches Zahlungsmittel ist die Isländische Krone (ISK). Nachdem im Jahre 1885 die isländische Nationalbank gegründet wurde und im Zuge der isländischen Unabhängigkeitsbewegung ein gewisser Wirtschaftsaufschwung zu verzeichnen war, wurde zu Beginn des ersten Weltkrieges die Isländische Krone eingeführt. Für die Ausgabe von Geldscheinen war ab 1927 Landsbanki zuständig, während die Ausgabe von Münzgeld das Monopol des Finanzministeriums war. Erst mit der Gründung der isländischen Zentralbank (Seðlabanki Íslands) im Jahre 1961 und der Verabschiedung eines Währungsgesetzes im Jahre 1966 war die Herausgabe von Bargeld alleiniges Recht der Zentralbank.

Geldpolitik

Die Isländische Zentralbank steuert seit ihrer Gründung 1961 die Geldmenge und ist von fiskalpolitischen Entscheidungen unabhängig. Sie hatte bis in die 1980er Jahre stets mit einer äußerst hohen Inflationsrate zu kämpfen. Im Jahre 1980 fand eine Währungsumstellung statt, bei der 100 „alte Kronen” gegen eine „neue Krone” ersetzt wurde. Doch wurden in den Folgejahren weiterhin Inflationsraten von bis zu 80 Prozent verzeichnet. In den 90er Jahren konnte die Geldentwertung durch einen wirtschaftlichen Aufschwung und die daraus resultierende Nachfrage nach isländischer Währung auf ein Niveau von unter zwei Prozent gedrückt werden. Durch die Privatisierung einzelner Staatsunternehmen im Zuge des EWR-Beitritts erzielte der isländische Staat sogar Haushaltsüberschüsse, mit deren Hilfe die bis dahin bestandene hohe Auslandverschuldung stark reduziert werden konnte.

Ende 1998 wurden erneut deutliche inflationäre Tendenzen erkennbar, bedingt durch eine konjunkturelle Abkühlung der isländischen Wirtschaft sowie erhöhter Lohnforderungen nach Lohnzurückhaltung der letzten Jahre. Doch dieser Geldentwertung konnte relativ schnell entgegengesteuert werden, so dass die Isländische Krone in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts wieder als stabil galt.

Doch war die Islands Währung nicht immer eine frei floatende Währung, wie sie es heute ist. Bis März 2001 war die Krone an die Währungen der acht wichtigsten Handelspartner Islands gekoppelt und wurde daher als eine so genannte Korbwährung bezeichnet. Zu dem Währungskorb gehörten insbesondere der Euro und der US-Dollar, aber auch das britische Pfund, der Schweizer Franken, Kanadische Dollar und japanische Yen sowie die beiden skandinavischen Währungen. Der Kurs der ISK durfte maximal um neun Prozent zum rechnerischen Referenzwert des Währungskorbes schwanken. Nach den konjunkturellen Problemen Ende der 1990er Jahre und im Jahr 2000 änderte die isländische Zentralbank ihre Geldpolitik auf Empfehlung des IWF und der OECD. Sie ersetzte das Ziel der Stabilität der Wechselkurse durch ein Inflationsziel. Die Schwankungsbreite von neun Prozent wurde abgeschafft und man ließ die Währung frei floaten. Dies führte zu einem schwächeren Außenwert der Krone, da zahlreiche Devisenmarktteilnehmer in andere Währungen flüchteten. Zudem wurde durch die Abwertung die Inflation beschleunigt, da Island zahlreiche Konsumgüter importiert, die nun in teurer gewordener Fremdwährung bezahlt werden mussten.

Die hohen Inflationsraten, unter denen Island immer wieder zu leiden hat, gilt es dringend zu bekämpfen, da eine stabile Währung und das damit verbundene Vertrauen in die Währung die Grundlage für eine gesunde Wirtschaft ist. Bei derartigen Inflationsschwankungen wie sie noch in den 1980er Jahren des vorherigen Jahrhunderts spürbar waren, konnte ein grundlegendes Vertrauen in die Währung kaum erreicht werden, weder bei Investoren noch in der Bevölkerung. Für Islands Wirtschaft ist es also unerlässlich, für genügend Fremdwährungsreserven zu sorgen, um Schwankungen der eigenen Währung entgegen zu steuern.


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