Island-Nachrichten von Januar bis März 2005

Eisberge vor der Nordküste Islands

Heilbronn (Eldey.de) - Ungewöhnlich viele Eisberge sind in den letzten Tagen im Bereich der Insel Grímsey vor der Nordküste Islands getrieben. Die Bewohner der kleinen Insel, die als einziger Teil Islands den Polarkreis überschreitet, befürchten eine Beeinträchtigung der Schifffahrt. Meteorologen warnen bereits davor, dass in den kommenden Tagen noch mehr Eis aus den Polarregionen angetrieben werden könnte. Derzeit sind Flugzeuge im Einsatz, um die Drift der Eisriesen zu beobachten. (16. März 2005)


Isländische Mäuse werden auf Briefmarken verehrt

Heilbronn (Eldey.de) - Isländische Haus- und Feldmäuse zieren seit vergangener Woche die Briefmarken der Isländischen Post. Die Entscheidung zur Darstellung der Nagetiere auf isländischen Briefmarken wurde von Tierfreunden begrüßt. Es sei Zeit gewesen, dass das über ganz Island verbreitete kleinste Säugetier auf diese Weise geehrt würde, hieß es aus entsprechenden Kreisen. Insgesamt leben auf Island mehr Feld-, als Hausmäuse, doch unterscheiden sie sich von ihren Artgenossen nur geringfügig. Das Fell der zu den Wühlmäusen gehörenden Gattung ist lediglich etwas bräunlicher, als das der Hausmäuse. (15. März 2005)


Schneearmer Februar in Nordisland

Darmstadt (Eldey.de) - Im Februar waren die Schneefälle in Island relativ selten. Besonders in Nordisland lagen die Temperaturen deutlich über den Durchschnittswerten der Vorjahre. So war es beispielsweise in Akureyri 2,3°C wärmer als im Monatsmittel. Die isländische Metropole des Nordens verzeichnete somit im Februar nur drei Tage mit Niederschlägen in Form von Schnee. In Reykjavik lag die Durchschnittstemperatur 1,1°C über den Normalwerten. (04. März 2005)


Neue Diskussion um EU-Beitritt Islands

Heilbronn (Eldey.de) - In den vergangenen Tagen ist in Island wieder die Diskussion um einen EU-Beitritt aufgeflammt. Einige Mitglieder der rechtsliberalen Fortschrittspartei schlugen vor, noch vor den Parlamentswahlen im Frühjahr 2007 einen Beitrittsgesuch in Brüssel zu stellen. Am Sonntag wurde dieses Thema jedoch vorerst zurückgestellt. Die Partei möchte zunächst einen beratenden Ausschuss zur EU-Frage bilden. Die neue EU-Diskussion in Island zeigt auch Auswirkungen in Norwegen. Eine gewisse Wechselwirkung in der Diskussion über einen EU-Beitritt hatte es in den vergangenen Jahrzehnten schon immer zwischen Island und Norwegen gegeben. Der amtierende norwegische Ministerpräsident Kjell-Magne Bondevik sieht daher auch eine anstehende EU-Diskussion in Norwegen für wahrscheinlich. (01. März 2005)


Icelandair kauft neue Flugzeuge

Heilbronn (Eldey.de) - Der Flugzeughersteller Boeing gab Ende vergangener Woche bekannt, Icelandair habe zwei Jets des Typs 787 Dreamliner gekauft. Die isländische Fluggesellschaft plane mit den Flugzeugen Langstreckenflüge ab Island. Der Wert der Bestellung liegt nach Boeing-Angabe bei etwa 240 Mio. US-Dollar. (28. Februar 2005)


Island stellt Bobby Fischer Sonderpass aus

Heilbronn (Eldey.de) - Die isländische Einwanderungsbehörde hat sich bereiterklärt, dem in Japan inhaftierten früheren Schachweltmeister Bobby Fischer einen speziellen Pass für Ausländer auszustellen. Mit diesem Pass hätte Fischer auch die Möglichkeit, in den Staaten frei zu reisen, die dem Schengener Abkommen beigetreten sind. Dazu gehören neben Island und Norwegen auch die viele Länder der Europäischen Union. Bereits im Dezember hatte Island dem Ex-Schachweltmeister eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Da er keinen gültigen Pass hatte, ließ ihn Japan jedoch nicht ausreisen. Einen Antrag auf Erteilung der isländischen Staatsbürgerschaft hatte das Parlament in Reykjavik abgeleht. Mit der Ausreise nach Island könnte der Fischer einer Auslieferung an die USA entgehen. Washington sucht den 61-Jährigen wegen eines Verstoßes gegen die Jugoslawien-Sanktionen in den 90er Jahren. Weltruhm erlangte Fischer im Jahre 1972, als er in Reykjavik als erster Amerikaner den Titel des Schachweltmeisters gegen den Russen Boris Spasski gewann. (24. Februar 2005)


Island auf der Leipziger Buchmesse im März

Heilbronn (Eldey.de) - Die in Deutschland populäre Literatur der Nordischen Länder wird sich auf der Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März bei einem gemeinsamen Veranstaltungsforum präsentieren. Hierfür haben die Botschaften von Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark das Programm „Nordsterne” entwickelt. Dies teilte der Veranstalter in der vergangenen Woche mit. Die etwa 20 Autoren aus den Nordischen Ländern werden ihre Werke jeweils in Landessprache präsentieren. Eine deutsche Übersetzung der Vorträge wird vor Ort bereitgehalten. (23. Februar 2005)


Dichter Nebel behindert Flugverkehr in Island

Heilbronn (Eldey.de) - Ungewöhnlich dichter Nebel hat in den letzten Tagen den Flugverkehr um Reykjavik stark behindert. Am Dienstagmorgen mussten alle Inlandsflüge zum internationalen Flughafen bei Keflavik umgeleitet werden. Metereologen erwarten jedoch, dass sich der Nebel bis Mittwoch wieder aufklärt. (22. Februar 2005)


Billigflieger Iceland Express fliegt nach Hahn

Heilbronn (Eldey.de) - Die isländische Low-Cost-Fluggesellschaft Iceland Express fliegt in diesem Sommer auch den Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück an. Dies hat der Flughafenbetreiber Fraport in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Ab dem 21. Mai werden wöchentlich drei Flugzeuge des Typs Boeing 737-300 in Richtung Island abheben. Die Abflugtage sind Dienstag, Mittwoch und Samstag. Mit 3,5 Stunden Flugzeit ist Island nun das am weitesten entfernte Ziel, das von dem Flughafen aus angesteuert wird. (15. Februar 2005)


Isländisches Frachtschiff im Nordatlantik gesunken

Heilbronn (Eldey.de) - Das isländische Frachtschiff MS Jökulfell ist in der Nacht zum Dienstag nordöstlich der Faröer Inseln gesunken. Fünf der elf Besatzungsmitglieder, die alle aus aus Estland und Russland stammen, konnten gerettet werden. Ein Seemann konnte nur tot geborgen werden. Die restlichen Besatzungsmitglieder werden weiter vermisst, Die Geretteten wurden mit einem Helikopter auf ein Schiff der dänischen Marine gebracht und mit diesem nach Torshavn auf den Faröer Inseln gefahren. Das Frachtschiff war unterwegs von Estland nach Island und hatte etwa 2.000 Tonnen Stahl geladen. Es wird vermutet, dass sich ein Teil der Last aufgrund des Seegangs verschoben hat und das Schiff zum Kentern brachte. (08. Februar 2005)


Island plant größten Nationalpark Europas

Heilbronn (Eldey.de) - Wie der WWF in dieser Woche mitteilte, soll in Island der größte Nationalpark Europas entstehen. Die Naturschutzorganisation beruft sich dabei auf eine Ankündigung der isländischen Regierung in Reykjavik. Das rund 10.000 Quadratkilometer große neue Schutzgebiet soll unter anderem das Einzugsgebiet des Gletscherflusses Jökulsá á Fjöllum nördlich des Vatnajökull umfassen. Allein mit diesem Nationalpark ständen rund ein Zehntel der Nordatlantikinsel unter Naturschutz. Das Areal bietet beispielsweise dem Polarfuchs, vielen Wasservögeln und seltenen Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum. Nach Auffassung des WWF könnte Island damit international eine Vorreiterrolle übernehmen, was den großräumigen Schutz von Naturlandschaften betrifft.

Nach dem vielerorts kritisierten Bau eines Staudamms unweit des Gletscherflusses, wurden diese Pläne der isländischen Regierung von zahlreichen Naturschutzverbänden begrüßt. WWF-Geschäftsführer Peter Prokosch sagte am Mittwoch in Frankfurt, der WWF erwarte von der Regierung in Reykjavik, dass auf die großen Worte auch große Taten folgten. Prokosch war früher jahrelang Leiter des WWF-Arktisprogramms gewesen und war auch selbst in Island aktiv. (03. Februar 2005)


Island auf Platz 5 der umweltfreundlichsten Nationen

Heilbronn (Eldey.de) - Bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos haben Experten der amerikanischen Universitäten Yale und Columbia den „Umwelt-Nachhaltigkeitsindex” für das Jahr 2005 vorgestellt. Bei dem Ranking wurden die umweltfreundlichsten Staaten unter Berücksichtigung von insgesamt 21 ökologischer Aspekte ermittelt. Zu diesen Bewertungskriterien zählten beispielsweise der Ausstoß von Treibhausgasen und die Wasserqualität. Wie schon bei anderen Vergleichsstudien schneiden auch hier die Nordischen Länder besonders gut ab. Den ersten Platz belegt Finnland, gefolgt von Norwegen. Platz 3 geht an Uruguay, doch gleich danach folgen Schweden, Island und Kanada. Deutschland landete unerwartet auf Platz 31. Als einen Grund für die guten Plazierungen der Nordischen Länder nannte der Initiator der Studie, Daniel Esty, Professor an der Yale University, den hohen Wohlstand dieser Länder.

Island verdankt seinen fünften Platz insbesondere den großen Wasservorkommen und deren hohe Qualität. Aber auch bei der Umweltpolitik und im Bereich der Umweltforschung konnte der Inselstaat punkten. Ebenfalls eine Rolle beim positiven Abschneiden spielte die Tatsache, dass nur wenige Menschen aufgrund von Umwelteinflüssen erkranken. Zwar wurde in der Studie auch die gute Luftqualität gelobt, doch bei der Reduzierung der Luftverschmutzung erzielte Island ein eher schlechte Ergebnis. (29. Januar 2005)


Isländer entschuldigen sich beim irakischen Volk

Heilbronn (Eldey.de) - Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende berichtete, habe eine isländische Organisation am vergangenen Freitag in der New York Times eine ganzseitige Anzeige geschaltet, in der sich die Isländer beim irakischen Volk für die von ihrer Regierung geäußerte Unterstützung der USA im Irakkrieg entschuldigen. Zwar hält die isländische Regierung auch weiterhin an Ihrer Unterstützung fest, doch beschränkt sich die Aussage lediglich auf eine Geste, da Island über keine eigenen Streitkräfte verfügt. Über 4.000 Isländer hatten die Anzeige der Organisation „Nationale Bewegung für Aktive Demokratie” durch Spenden finanziert. Einer aktuellen Umfrage des Gallup Instituts zufolge sprechen sich über 80 Prozent der Inselbewohner dafür aus, Island aus der von den USA geführten Liste der "Koalition der Willigen" zu streichen. (24. Januar 2005)


Island plant Veranstaltung zugunsten der Flutopfer in Asien

Heilbronn (Eldey.de) - Zahleiche Isländer haben sich landesweit zusammengeschlossen, um Geld für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien zu sammeln. Geplant ist eine Veranstaltung mit dem Titel „Neydarhjálp í Nordri”, an der zahlreiche Prominete aus Island teilnehmen, und die im isländischen Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Das eingenommene Geld soll an internationale Hilfsorganisation gespendet werden, darunter die SOS Kinderdörfer, UNICEF, diverse kirchliche Einrichtungen sowie das Isländische Rote Kreuz. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Staatspräsidentin Vigdís Finnbogadóttir. (13. Januar 2005)


Reiseveranstalter "Island TravelPro" eröffnet Büro in der Schweiz

Hamburg (pts) - Gleich mehrere Neuigkeiten hat der Hamburger Spezialveranstalter Island ProTravel zum Anfang des Jahres zu melden. Zum einen hat der Islandspezialist eine Niederlassung in der Schweiz gegründet, die von dem Isländer Adalsteinn Hjartarson geleitet wird. Der erfahrene Reiseleiter ist mit einer Schweizerin verheiratet und beherrscht den Schweizer Dialekt. Das Büro hat seinen Sitz in Wetzikon bei Zürich und ist ab 10. Januar aktiv.

Die weiteren Neuigkeiten betreffen die Produktpalette des Veranstalters. Im Katalog 2005 findet man 2 neue und interessante Studienreisen durch Island und eine Nordic Walking Reise „Im Land der Mitternachtssone”, die bisher noch in keinem Islandprogramm zu finden war. Damit folgt der Spezialist dem Trend zumal Island geradezu prädestiniert ist für „Walker”, Wanderer und Naturfreunde im Allgemeinen. „Wir haben das Programm zudem um Grönland und Spitzbergen erweitert, mit Reisen die einen besonderen Charakter haben” sagt die Geschäftsführerin Ann-Cathrin Bröcker. Insbesondere Expeditionsreisen per Schiff durch Westgrönland, nach Spitzbergen oder rund um Island ergänzen das Angebot des Spezialisten. (12. Januar 2004)


Erdbeben vor der Nordküste Islands

Darmstadt (Eldey.de) - Am Mittwochnachmittag ereigneten sich zwei stärkere Erdbeben am Meeresboden vor der Nordküste Islands. Die Erdstöße erreichten eine Stärke von 5,5 auf der Richterskala und waren in verschiedenen bewohnten Gebieten Nordislands deutlich spürbar. Auf der Insel Grímsey, in Húsavík und Akureyri fielen Gegenstände aus den Regalen. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 20 Kilometer östlich von Grímsey. Mehrere Nachbeben mit Stärken bis zu 3 auf der Richterskala wurden noch in der Nacht zum Donnerstag registriert. (06. Januar 2005)


Isländisches Rotes Kreuz schickt Trinkwasser nach Thailand

Darmstadt (Eldey.de) - Das Isländische Rote Kreuz hat ein Flugzeug mit zehn Tonnen Trinkwasser sowie zahlreiche Zelte in die von der Flutkatastrophe betroffenen Gebiete in Thailand geschickt. Auf dem Rückweg wird die von der Regierung gemietete Maschine verletzte Touristen aus den Nordischen Ländern zurück nach Europa bringen. Zwei Mitarbeiter vom Isländischen Roten Kreuz sind bereits in der Krisenregion in Südasien eingetroffen. Die Bevölkerung hat in der ersten Woche nach dem Seebeben im Indischen Ozean 60 Mio. ISK an das Rote Kreuz gespendet. Dies entspricht etwa 725.000 Euro. (04. Januar 2005)


Schnee und Wind verhinderten Silvesterfeuer

Darmstadt (Eldey.de) - Schwere Schneefälle und starker Winde verhinderten in Reykjavik das traditionelle Silvesterfeuer in diesem Jahr. Bei Windgeschwindigkeiten von etwa 100 km/h wäre das überdimensionale Lagerfeuer nicht kontrollierbar gewesen. Um Mitternacht legte sich jedoch der Sturm, so dass das neue Jahr dennoch mit einem großen Feuerwerk eingeläutet werden konnte. Von Wintersportlern wurde der Schnee der letzten Tage freudig begrüßt. Die Schneebedingungen waren am ersten Wochenende des Jahres für Skifahrer in den Bergen um Reykjavik ideal und die Pisten gut besucht. (03. Januar 2005)

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