Island-Nachrichten von Oktober bis Dezember 2008

Islands Präsident bittet um Gehaltskürzung

Darmstadt (Eldey.de) - Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson hat in einem Brief an das Finanzministerium um die sofortige Kürzung seiner Bezüge gebeten. Er begründet seinen Schritt mit den derzeitigen finanziellen Problemen des isländischen Staates. Während der Finanzkrise und im Zuge risikofreudiger Kreditgeschäfte waren in diesem Jahr alle großen Banken der Nordatlantikinsel zusammengebrochen. Medien zufolge bekommt Grímsson ein Monatsgehalt in Höhe von umgerechnet 10.000 Euro. Verheiratet ist das Staatsoberhaupt mit der als äußerst vermögend geltenden Geschäftsfrau Dorrit Moussaeiff. Im Gegensatz zu seinem Land hat der Präsident keine finanziellen Engpässe zu befürchten, berichteten die großen Tageszeitungen Islands kurz vor Weihnachten. (26. Dezember 2008)


Ein Pferd wie Island

Islands Pferde sind ein Schlüssel zur sagenumwobenen Kulturgeschichte der Isländer. Wer sie im Winter besucht, erfährt viel über das wahre Wesen der Insulaner und ihr einst wichtigstes Transportmittel. Der Hamburger Spezialveranstalter Island ProTravel hat dazu im Februar und März 2009 die 8-tägige Familienreise "Das Schneepferd" neu im Programm, die nicht nur etwas für ausgemachte Pferdefans ist.

Hamburg (ipt) - "Sein Fell war zottelig, es hatte X-Beine, aber es war trittsicher genug, dass ich ihm zugetraut hätte, eine Treppe rückwärts hinunter zu schreiten", notierte der englische Lord Dufferin 1856. Wie viele Islandreisende war auch er fasziniert von Islands Pferden und der engen Verbindung, die zwischen den Menschen und Pferden der Insel bis heute besteht. Acht Tage können Urlauber auf dem Pferderücken und auf Ausflügen die Stille der isländischen Winterwelt und damit ein wichtiges Stück der isländischen Seele erkunden: Ein Winterurlaub der anderen Art - mal abseits von Hüttengaudi und Skizirkus.

Mit einem professionellen "Driver Guide", der Fahrer und Reiseleiter in Kombination ist, geht es vom Flughafen Keflavik über den Süden Islands zum Farmhotel "Leirubakki" am Fuße des Vulkans Hekla, dem Quartier für die nächsten sechs Tage. Der Pferdestall und der obligatorische Hot-Pot befinden sich direkt am Haus. Nach einer Einführung zu Islandpferden und den ersten Reitstunden erwartet die Gäste hier ein abwechslungsreiches Programm aus täglichen Reitausflügen und Entdeckertouren ohne Pferd. Diese führen beispielsweise zu sagenumwobenen Plätzen von Elfen und Trollen, auf die Gipfel alter Vulkane, mit einem Spezialfahrzeug über verschneite Wege zum zweithöchsten Wasserfall Islands, dem Háifoss (122 Meter) und auf dem Rückweg nach Reykjavik zu den berühmten Geysiren, dem Goldenen Wasserfall und zur Gründungsstätte des ältesten Parlaments der Welt im Thingvellir-Nationalpark. Zum besonderen Einblick in die isländische Kultur gehören auch ein Abend im Gesangshaus (Sönghus) auf der Farm, isländische Geistergeschichten bei hausgemachten Spezialitäten, ein Picknick in der verschneiten Winterlandschaft, oder Besuche im Hekla-Informationszentrum und in einem speziellen Trainingszentrum für Islandpferde. Stolz, wie die Isländer auf ihre Pferde sind, ist auch das Reitzertifikat etwas ganz Besonderes, das die Urlauber am Ende der Reise mit nach Hause nehmen.

Buchbar ist das Familienabenteuer mit Direktflug ab Frankfurt für 1.865 € pro Person im Doppelzimmer (gegen Aufpreis von 175 € auch ab Hamburg, München oder Düsseldorf), Kinderermäßigung bis 14 Jahre: 600 € (im Doppelzimmer der Eltern). Inklusive Steuern und Gebühren, Flughafentransfers, geführter Touren, Reitunterreicht und Reittouren, 7 Übernachtungen im DZ mit Frühstück, 5x Mittagessen, 6x Abendessen und Reisepreissicherungsschein. Termine: 01.02.-08.02. / 22.02.-01.03. / 01.03.-08.03.2009 (14. Dezember 2008)


Steigende Einwohnerzahlen in Heimaey

Darmstadt (Eldey.de) - Erstmals seit 17 Jahren ist die Einwohnerzahl der Westmännerinseln in diesem Jahr wieder gestiegen. Während 2007 noch im Durchschnitt 4.040 Menschen auf dem Archipel lebten, wurden 2008 wieder 4.080 Einwohner gezählt. Der Zuwachs sei nicht auf die wirtschaftlich schwieriger werdende Zeit in der Region Reykjavik zurückzuführen, berichtet die Tageszeitung Fréttabladid. Der prozentual größte Anstieg sei bereits in der ersten Jahreshälfte verzeichnet worden. Der Archipel der Westmännerinseln liegt südlich der isländischen Hauptinsel. Lediglich die größte Insel Heimaey ist von Menschen bewohnt. (05. Dezember 2008)


Demonstranten besetzen Zentralbank

Darmstadt (Eldey.de) - Mehrere Hundert Menschen haben am Montag den Eingang der isländischen Zentralbank in Reykjavik besetzt und im Foyer den Rücktritt von Nationalbankchef David Oddsson gefordert. Sie demonstrierten damit gegen die Folgen der Finanzmarktkrise und die fatalen Fehler isländischer Banker, die Island an den Rand des Staatsbankrotts geführt haben. Bereits am Wochenende hatten Demonstranten vor dem Parlament den Rücktritt von Ministerpräsident Geir Haarde gefordert. Auch er wird mitverantwortlich für den Zusammenbruch isländischer Banken gemacht, die dem Volk eine gigantische Schuldenlast hinterlassen haben. Der drohende Staatsbankrott konnte im November durch Kredite des IWF und anderer Staaten abgewendet werden. (04. Dezember 2008)


Island erhält Kredit vom IWF

Darmstadt (Eldey.de) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in dieser Woche beschlossen, das von der Finanzmarktkrise stark getroffene Island mit einem Kredit über rund 1,7 Mrd. Euro zu unterstützen. Die anderen Nordischen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland werden der Inselrepublik zusätzlich mit einem Kredit über 2,5 Mrd. Dollar aushelfen. Kunden der isländischen Kaupthing-Bank können jetzt damit rechnen, ihr angelegtes Geld zumindest zu einem Teil ausgezahlt wird. Erstmals seit 1976 unterstützt der IWF wieder mit einem Kredit einen westeuropäischen Staat. Vor 22 Jahren musste der Fonds Großbritannien kräftig unterstützen. (22. November 2008)

KfW verliert Millionen in Island

Darmstadt (Eldey.de) - Die deutsche KfW Bankengruppe hat nach eigenen Einschätzungen mehrere Millionen euro im zuge der isländischen Bankenpleite verloren. Insgesamt war die KfW mit 288 Mio. Euro in Island engagiert. Zur Förderung des Mittelstandes wurde allein an die drei größten isländischen Banken ein Darlehn in Höhe von 150 Mio. Euro gezahlt. "Wir gehen davon aus, dass wir einen Teil der Gelder zurückbekommen", erklärte jedoch ein Sprecher der KfW in Frankfurt. Das Kreditinstitut habe bereits vor Gericht auf die Rückzahlung geklagt. (06. November 2008)


Tourismusbranche wirbt mit Schnäppchenpreisen

Darmstadt (Eldey.de) - Die weltweite Finanzkrise hat Island besonders schwer getroffen und die Isländische Krone hat in diesem Jahr bereits über 70 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die Preise vor Ort sind daher für Touristen so günstig wie nie zuvor. Dies weiß inzwischen die Tourismusbranche zu nutzen und rühren kräftig die Werbetrommel. Und tatsächlich stiegen im Land die Buchungszahlen ausländischer Touristen im Vergleich zu 2007 um bis zu 90 Prozent.

Die Finanzkrise bescherte der größten isländischen Fluggesellschaft Icelandair in diesem Jahr bereits einen kräftigen Gewinnzuwachs. Um den Aufschwung zu unterstreichen legte Icelandair erstmals eine Acht-Monats-Bilanz vor. Icelandair-Manager Arthur Bollason räumte jedoch ein, dass die Flugbuchungen durch Isländer zurückgegangen seien.

Auch bei dem Billigflieger Iceland Express gibt es bisher keinerlei Auswirkungen der Finanzkrise, teilte die Airline jünst mit. Die Anzahl der Sitzplätze für die Wintersaison 2009 habe man zwar aufgrund der Kunjunkturschwäche etwas reduziert, doch sollen weiterhin die deutschen Destinationen Berlin, Friedrichshafen und Frankfurt/Hahn angeflogen werden. Da Island wegen der Währungsabwertung einem Tourismusaufschwung entgegensieht, sei man auf eine aggressive Marketing-Kampagne für 2009 gefasst und vorbereitet, erklärte Iceland Express.

Auch andere Unternehmen aus der Touristik werben inzwischen mit der günstigen isländischen Währung. Und das Fremdenverkehrsbüro des Landes empfiehlt: "Wer günstig nach Island reisen möchte, sollte dies jetzt tun." (23. Oktober 2008)


Finanzkrise: Island am Rande des Staatsbankrott

Darmstadt (Eldey.de) - Die weltweite Finanzkrise hat auch Island voll im Griff und hat die Inselrepublik inzwischen an den Rand des Ruins getrieben. Mit einem Eilgesetz will die Regierung in Reykjavik den völligen Einsturz des Finanzsystems verhindern und den Banken unter die Arme greifen. Islands Ministerpräsident Geir Haarde hatte zuvor vor der reellen Gefahr eines Staatsbankrotts gewarnt.

Im ersten Schritt hat die isländische Finanzaufsicht die zweitgrößte Bank, Landsbanki, unter Kontrolle genommen. Kaupthing wird zudem mit einem Sofortkredit über 500 Millionen Euro unterstützt. Bereits in der letzten Woche hate der Staat 75 Prozent der Glitnir-Bank übernommen. Alle drei Banken haben durch massive Kredit-Aktivitäten im Ausland so gewachsen, dass der kleine isländische Staat sie unmöglich retten kann. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern hatte beispielsweise Kaupthing mit besonderes hohen Zinsen Kunden angelockt. Zusätzlich engagierten sich die drei Banken in der Vergangenheit auch in Immobilien und im Einzelhandel.

Die isländische Zentralbank hatte kurz nach dem Regierungsbeschluss von einem zinsgünstigen Kredit über vier Milliarden Euro berichtet, den Russland gewähren wolle. Dies wurde aber später aus Moskau dementiert. Man werde aber die Anfrage aus Reykjavik prüfen, teilte das russische Finanzministerium mit.

Die Isländische Krone befindet sich seit Beginn der Finanzkrise im Sturzflug. Innerhalb der letzten vier Woche verlor sie über 50 Prozent ihres Wertes. Seit Jahresbeginn hat sie sogar über 70 Prozent eingebüßt. (08. Oktober 2008)

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