Island-Nachrichten von April bis Juni 2008

Stellenabbau bei Icelandair

Darmstadt (Eldey.de) - Die isländische Fluggesellschaft Icelandair hat sich aufgrund der hohen Treibstoffpreise zu drastischen Einschnitten durchgerungen. So will Islands größte Airline unter anderem jede fünfte ihrer 1230 Stellen streichen. Die 240 Beschäftigen sollen im Herbst ihre Kündigung erhalten.

Stark dezimiert werden sollen auch die Flugverbindungen. Davon betroffen ist auch die ganzjährige Direktverbindung zwischen Berlin und Reykjavik, die erst vor wenigen Jahren eingerichtet wurde. Zur Begründung hieß es in Reykjavik, mit den Maßnahmen werde "auf die steigenden Treibstoffpreise und die globale wirtschaftliche Unsicherheit reagiert". Erschwerend kommt hinzu, dass Island zurzeit unter einer schweren Währungskrise leidet. Der Wert der Isländischen Krone ist in den vergangenen Monaten gegenüber dem Euro um über 30 Prozent gesunken. Icelandair wird aber auch durch die zunehmende Konkurrenz von Billigfliegern wie Air Berlin und Iceland Express Probleme bereitet.

Neben dem eingeschränkten Flugplan nach Berlin wurden außerdem die geplante Verbindung in die kanadische Stadt Toronto sowie nach Minneapolis in den USA gestrichen. Auch die Anzahl der Flüge nach Paris wird gekürzt werden. Lediglich die Verbindung zwischen Reykjavik und New York sollen ausgebaut werden. (29. Juni 2008)


Zweiter Eisbär besucht Island

Darmstadt (Eldey.de) - Nur zwei Wochen nach dem ein Eisbär aus Grönland an die Küste Nordislands geschwommen ist, erreicht diese Woche erneut ein Bär die Nordatlantikinsel. Das Tier wurde von einem Bauern bei Hraun in Skagatá, dem Nordwesten des Skagafjörður, gesichtet. Er alarmierte sofort die Polizei, die diesmal ernsthaft versuchen wollte, das Tier lebend zu fangen. Hierfür ließ sie sogar Experten des Kopenhagener Zoos einfliegen. Wie schon vor zwei Wochen bestand jedoch die Gefahr, den Eisbär aus den Augen zu verlieren und so musste das Tier nach einer längeren Verfolgung doch getötet werden. "Die Polizei hatte keine andere Wahl. Es war die richtige Entscheidung", bestätigte auch Carsten Grøndahl, Zoologe im Zoo Kopenhagen.

Eisbären kommen äußerst selten an der Küste Islands an. Die letzte Eisbär-Begegnung war im Jahre 1994. Es handelt sich also um einen großen Zufall, dass innerhalb eines Monats zwei Eisbären den Weg nach Island fanden. Die isländische Regierung will jetzt einen Notfall-Plan ausarbeiten, um bei zukünftigen Eisbär-Besuchen aus Grönland die geschützten Tiere nicht mehr abschießen zu müssen. (22. Juni 2008)


Eisbär erreicht die Küste Islands

Darmstadt (Eldey.de) - Nach 15 Jahren erreichte erstmals wieder ein Eisbär die Küste Islands. Das Tier wurde von einem Bauern auf der Passstraße Þverárfjallsvegur zwischen Sauðárkrókur und Skagaströnd in Nordisland gesichtet. Aus Sicherheitsgründen erschoss die Polizei am Dienstagmorgen (3. Juni 2008) um 09:30 Uhr den Bär.

Da zu dem Zeitpunkt kein passendes Narkosemittel zur Verfügung stand, seien die Beamten gezwungen gewesen, den Bären zu erschießen, erklärte der Polizeisprecher Stefán Vagn Stefánsson aus Sauðárkrókur. Es sei neblig gewesen und die Gefahr, das Tier außer der Sicht zu verlieren sei zu groß gewesen. Tierschützer kritisierten das Vorgehen der Behörde scharf. Ein Veterinär aus Blönduós sagte gegenüber der Zeitung Mordgunblaðirð, er habe ein geeignetes Narkosegewehr in seinem Fahrzeug geführt. Auf dem Luftweg hätte es in ausreichend kurzer Zeit vor Ort sein können.

Eisbären erreichen nur selten die Küste Islands. Meist treiben Sie auf einer Eisscholle von Nordost-Grönland über das Meer nach Südosten. Da es in diesem Jahr nur sehr wenig Treibeis in dieser Region gab, muss das Tier eine weite Strecke durch das Meer geschwommen sein. Die hungrigen Raubtiere sind nach der langen Zeit auf dem Ozean in der Regel recht aggressiv. Dadurch besteht eine große Gefahr für Menschen, die es erlaubt, die vom Aussterben bedrohten Tiere zu töten.

Erste Berichte über einen Eisbären in Island gehen zurück auf das Jahr 890, nur 16 Jahr nach Beginn der Besiedlung Islands. Der letzte Besuch eines Polarbären fand im Jahr 1993 statt, als Seeleute ein Tier auf die Küste von Strandir in Nordwest- Island zu schwimmen sahen. Auch dieser Bär wurde damals getötet. (05. Juni 2008)


Erdbeben erschüttert Südwesten Islands

Darmstadt (Eldey.de) - Ein Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala erschütterte am vergangenen Donnerstag, den 29. Mai 2008 um 15:46 Uhr Ortszeit den Süden Islands. Das Epizentrum lag etwa 50 Kilometer östlich von Reykjavik in der Nähe von Selfoss. Der Erdbebenherd wurde in rund 10 Kilometer Tiefe unter der Erdoberfläche registriert. Nach Angaben der Behörden wurden 28 Menschen leicht verletzt. Es kam jedoch zu Sachschäden an Häusern, Straßen und anderen Bauten in der Region. Zwei baufällige Häuser in Selfoss seien eingestürzt, berichtete die Polizei. Die meisten Sachschäden begrenzten sich jedoch auf Inneneinrichtungen und einige Hausfassaden. Am Freitag wurden einige schwächere Nachbeben registriert. Isländische Medien berichteten, dass zahlreiche Einwohner von Selfoss ihre Schlafstätten für das Wochenende in Zelte verlegten, da sie sich dort sicherer fühlten.

Am Montag, den 2. Juni 2008 um 18:31 Uhr ereignete sich das bisher stärkste Nachbeben in Hellisheidi, westlich des Berges Ingólfsfjall bei Selfoss. Diesmal erreichten die Erschütterungen einen Wert von 4,5 auf der Richterskala. Während einer mehrtägigen Serie von Nachbeben hat sich deren Epizentrum nach Angaben isländischer Geologen immer weiter nach Westen verschoben.

Islands geologische Aktivität beruht auf dem Auseinanderdriften der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind daher in Island immer zu erwarten. Heftige erdstöße treten allerdings nur selten auf. Das letzte ähnlich schwere Beben ereignete sich im Juni 2000. (30. Mai und 03. Juni 2008)


Friedliches Island

Besonders hoch geachtet: die Menschenrechte

Chemnitz (ms) - Dieses Jahr erreichte Island im 'Global Peace Index' der australischen Gesellschaft "Vision of Huminity" den ersten Platz. Seit 2007 gibt es diesen Index, aber erst dieses Jahr wurde Island aufgenommen. Die internationale Jury, bestehend aus Akademikern, Philosophen und Vertretern diverser Friedensinstitutionen, war sich einig: Unter den 140 überprüften Ländern, ist auf Island das größte Friedenspotential zu finden.

Das liegt zum einen daran, dass Island eine hoch entwickelte Demokratie vorweist. Jedoch der militärische Ausbau des Landes gering ist. Zudem führt Island intensive und friedliche Beziehungen zu Partnern im Ausland.

Der Index reicht von eins (sehr gut) bis fünf (nicht gut). Dabei erzielte Island 15 mal "Sehr gut" von insgesamt 20 Friedensindikatoren. Nur bei der Aufstellung isländischer Soldaten für UN-Einsätze im Ausland und der Anzahl nationaler Sicherheitskräfte wurde keine optimale Punktzahl erreicht. Insgesamt ergab das eine Gesamtnote von 1,176. Auf dem folgenden Platz landeten wieder einmal skandinavische Ländern. Dänemark und Norwegen. (25. Mai 2008)


Arbeitslosigkeit in Island bei 1 Prozent

Darmstadt (Eldey.de) - Die Arbeitslosigkeit in Island ist im April gegenüber März leicht angestiegen. Insgesamt waren 1 Prozent der Erwerbstätigen ohne Arbeit. In absoluten Zahlen sind das 1.717 Menschen. Im Großraum Reykjavik lag die Arbeitslosigkeit bei 0,8 Prozent gegenüber 1,4 Prozent in ländlichen Regionen. Im vergangenen Jahr war die Erwerbslosenquote von März auf April um 5,7 Prozent gesunken. (15. Mai 2008)


Isländer wollen in die EU

Chemnitz (ms) - Laut einer Meinungsumfrage des Fréttablaðið wollen knapp 68 Prozent der befragten Isländer, dass ihr Land der EU beitritt, berichtet die Zeitung. Der Beitritt jedoch steht noch nicht auf der Tagesordnung der Regierung. Deshalb wurde ein spezielles Komitee eingerichtet, das sich mit den aktuellen Entwicklungen der Europäischen Gemeinschaft beschäftigen soll. Dabei soll herausgefunden werden, ob ein Beitritt für Island lohnend wäre. Premier Geir H. Haarde äußerte sich bereits im Vorfeld skeptisch. Er hält es für keine gute Idee, in die Staatengemeinschaft einzutreten. "Es wäre besser für Island nicht beizutreten", so Haarde.

Die Umfrage zeigte, dass die Zustimmung der isländischen Bevölkerung zur EU in den letzten Jahren gestiegen ist. Sie ist so hoch wie noch nie. Bislang ist die nördliche Republik lediglich in der Europäischen Freihandelszone und der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). (24. April 2008)


Verkürzte Reisezeit nach Grönland

Darmstadt (Eldey.de) - Wer von Deutschland aus direkt nach Grönland reisen wollte, musste bisher eine Übernachtung in Reykjavik oder Kopenhagen einplanen. Die Fluggesellschaft Scandinavian Airlines (SAS) teilte nun mit, dass sie ihren Flugplan für die Sommermonate so optimiert hat, dass die Reise auf die größte Insel der Welt nun innerhalb eines Tages von Deutschland aus zu bewältigen ist. Vom 16. Mai bis zum 12. September 2008 bietet SAS einen Liniendienst zwischen Kopenhagen und Kangerlussuaq in Westgrönland nahe Söndre Strömfjord an, der zeitlich zu Zubringerflügen aus Deutschland passt. Somit können Reisende von den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg und Hannover montags und freitags sowie teilweise donnerstags innerhalb eines Tages Grönland erreichen. Die zurzeit einzige Grönland-Route ab Mitteleuropa bedient SAS im Sommer mit einem Airbus A-319. Für den Hinflug benötigt der 141-sitzige Jet vier Stunden und 40 Minuten. Der Rückflug hingegen ist zehn Minuten kürzer. (13. April 2008)

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