Grönland

Flagge Grönland
Flagge von Grönland

Auf dieser Seite finden Sie ein Kurzporträt von Grönland, der größten Insel der Welt. dabei gehen wir kurz auf Geographie und Geschichte des Landes ein. Anschließend finden Sie einige Reise-Informationen und tabellarische Eckdaten. Zahlreiche Fotos mit weiterren Informationen finden Sie in den Bildergalerien Südgrönland und Ostgrönland.

Landeskunde

Grönland ist mit über 2,175 Mio. Quadratkilometern mehr als sechsmal so groß wie Deutschland und damit die größte Insel der Erde. Diese ist rund 2.650 Kilometer lang (Nord-Süd) und bis zu 1.000 Kilometer breit (Ost-West). Der nördlichste Punkt der Insel ist nur 740 Kilometer vom Nordpol entfernt. Der südlichste Punkt liegt etwa auf der Höhe von Oslo.

Der größte Teil des Landes ist von dem mächtigen Inlandeis bedeckt. Diese Eisdecke ist die zweitgrößte zusammenhängende Eismasse der Welt und weist eine Mächtigkeit von durchschnittlich 1.500 Metern auf. An einigen Orten ist das Eis bis zu 3.500 Meter dick. Nur etwas über 16 Prozent der Insel sind eisfrei. Das Inlandeis ist keine Folge des heutigen Weltklimas, sondern vielmehr ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, die vor etwa 10.000 Jahren endete. Die weltweite Klimaerwärmung macht sich jedoch auch in Grönland bemerkbar. In den letzten Jahren schmilzt die Eisdecke schneller als zuvor und nimmt jährlich um rund 240 qkm ab.

Eisbär
Eisbären leben vorwiegend im
Norden Grönlands

Geographisch gehört Grönland zum arktischen Nordamerika, doch politisch ist es ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Dieser Autonomie-Status besteht bereits seit 1979. Im Jahre 1985 trat Grönland als bisher einziges Land aus der Europäischen Gemeinschaft aus. In der Außenpolitik wird Grönland von Dänemark vertreten, während es innenpolitisch völlig unabhängig ist. Menschliche Siedlungen befinden sich im Osten, Süden und Westen Grönlands. Insgesamt leben auf der größten Insel der Welt nur rund 57.000 Menschen, davon 15.000 in der Hauptstadt Nuuk. Etwa 88 Prozent der Bevölkerung sind Grönländer, also Nachfahren der Kalaallit, einer Untergruppe der Inuit. In den etwas größeren Ortschaften lebt eine europäische Minderheit, insbesondere Dänen, die rund 12 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Die Vorfahren der ersten grönländischen Inuit kamen vor etwa 5.000 Jahren über die Behringstraße aus Asien nach Alaska und breiteten sich über Nordkanada aus. Vor 4.500 Jahren begannen die ersten Einwanderungen nach Grönland. Aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Diskobucht in Westgrönland bekannt.

Als erste Europäer siedelten Wikinger aus Island auf Grönland. Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland. Bei einem Althing in Island wurde Erik der Rote im Jahre 982 wegen eines im Streit verübten Totschlags geächtet und für drei Jahre aus dem Land verwiesen. Die Beliebtheit Erik des Roten zeigt sich daran, dass nach drei Jahren Verbannung, in denen er die schwierigen Lebensbedingungen im fernen Grönland erkannt hatte, 25 Auswandererschiffe aus Island folgten. Bei der weiten Fahrt über 2.000 Kilometer gingen 11 Schiffe in der stürmischen See unter oder kehrten um. Die wenigen Siedler, die ihr Ziel erreichten, fanden in den stillen Fjorden blumenreiche Wiesen, auf denen das, unter schwierigen Bedingungen mitgebrachte Vieh weiden konnte. Etwa 100 Jahre nach Beginn der Landnahme in Island ließen sich die Wikinger somit auch in Grönland nieder. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte Erik der Rote ab 986 die Gegend um Brattahlið in Südgrönland.

Erik der Rote
Erik der Rote in Südgrönland

Wenn wir heute den letzten sichtbaren Zeichen der Besiedlung durch die Wikinger vor rund 1.000 Jahren begegnen, fällt es uns schwer nachzuvollziehen, dass an der Küste Grönlands etwa 300 Jahre lang in weit verbreiteten Siedlungen etwa 3.000 Menschen lebten. So lebensfeindlich Grönland heute auf uns wirkt, so wurde es doch für viele Wikinger zur Heimat. Die Wikingerkolonie besaß zu ihrer Blütezeit sogar einen Bischof, der mit Rom in Verbindung stand.

Über die beachtliche Zeitspanne von rund 300 Jahren hatte sich ein reger Schiffsverkehr zwischen Grönland und Europa entwickelt, der aber dann aus noch unbekannten Gründen spärlicher wurde und schließlich ganz aufhörte. Als keine Nachrichten mehr von Grönland nach Skandinavien kamen, sandte der norwegische König Magnus Eriksson in der Mitte des 14. Jahrhunderts eine Expedition aus, um nach dem Schicksal der Grönland-Wikinger zu forschen. Die Suchmannschaft fand nur verlassene Siedlungen und Mauerreste - keine lebenden Einwohner mehr. Der Verbleib der Grönland-Wikinger ist bis heute unklar.

Reise nach Grönland

Von Reykjavik aus erreicht man Narsarsuaq an der Südspitze und Kulusuk an der Ostküste innerhalb von zwei Flugstunden. Wer in Kopenhagen in das Flugzeug steigt, erreicht auf Direktflügen auch Kangerlussuaq an der Westküste Grönlands. Von diesen Flughäfen gibt es Anschluss zu Inlandsflügen in die verschiedensten Winkel der Insel. Insbesondere im Westen Grönlands, vor allem in der Region der Diskobucht, legen in den Sommermonaten auch einige Kreuzfahrtschiffe an, die von Europa aus die Inseln im Nordatlantik und der Arktis ansteuern.

Innerhalb Grönlands bewegt man sich in der Regel entweder mit dem Boot oder per Flugzeug bzw. Helikopter. e nach Region und Schneeverhältnissen dient auch der Hundeschlitten zur Fortbewegung. Straßen gibt es allenfalls innerhalb von Ortschaften.

Für Touristen bieten sich verschiedenste Aktivitäten an. Am beliebtesten sind Bootsausflüge in die Welt der unzähligen Eisberge und Fjorde. Auch ein- bis mehrtägige Wanderungen unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrades lassen sich unternehmen. Bei längeren Trekking-Touren dient als Unterkunft nur das Zelt. Wanderhütten wie im isländischen Hochland gibt es in Grönland nicht. Wer die mächtigen Eismassen, Berge und Fjordlandschaften aus der Vogelperspektive sehen möchte, kann auch Rundflüge mit dem Helikopter buchen.

Eckdaten Grönland

Lage Norden: 83°40' nördlicher Breite
Süden: 59°46' nördlicher Breite
Westen: 73°08' westliche Länge
Osten: 12°08' westliche Länge
Fläche 2.166.086 qkm
Küstenlinie 44.000 km
Höchster Berg Gunnbjørns Fjeld (3.693 m)
Hauptstadt Nuuk (64°10' N 51°43' W), 16.800 Einwohner (Januar 2014)
Einwohner 56.400 (Januar 2013)
Einwohnerdichte 0,026 Einwohner pro qkm
Amtssprache Grönländisch, Dänisch
Staatsoberhaupt Staatsoberhaupt des Königreichs Dänemark Königin Margrethe II.
Regierungschef Premierminister Kim Kielsen
Währung Dänische Krone
Nationalfeiertag 21. Juni
Kfz-Kennzeichen GRØ oder GRO
Telefon-Vorwahl + 299


Bildergalerie: Südgrönland (Narsarsuaq)

Bildergalerie: Ostgrönland (Kulusuk/Tasiilaq)


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