Wanderungen und Spaziergänge in Island

Auf dieser Seite finden Sie einige Vorschläge für Spaziergänge, kurze Wanderungen und mehrtägige Trekking-Touren in Island.

Skógar - Fimmvörthuháls - Thórsmörk

Achtstündige Wanderung zwischen Wasserfällen und Gletschern.

Thorsmörk
Blick auf das Tal Thórsmörk

Ausgangspunkt dieser langen und anspruchsvollen Wanderung ist Skógafoss an der Südküste. Auf der rechten Seite des Wasserfalls führt ein steiler, mit Stufen versehener Weg den Hang hinauf. Nach etwa vier Stunden erreicht man in der Nähe des Fimmvörthuháls-Passes eine Hütte, bei der sich eine Pause einlegen lässt. Hier begannen im März 2010 die Eruptionen des Eyjafjallajökull, die bei ihrer Fortsetzung unter dem gleichnamigen Gletscher zu einer gewaltigen Aschewolke und darauf folgenden Flugausfällen in ganz Europa führten. Der Wanderweg über den Fimmvörthuháls ist inzwischen in leicht veränderter Route wieder geöffnet und führt an den beiden neuen Kratern vorbei. Im Bereich des Passes verläuft der Weg über größere Schneefelder, auf denen man bei schlechter Sicht leicht die Orientierung verlieren kann! Beim Abstieg ins Thórsmörk-Tal ist der Weg an einer Stelle ausgesetzt.

Unterkunftmöglichkeiten gibt es in Skógar (Campingplatz/Hotel) und in Thórsmörk (Básar-Hütte/Campingplatz). Die Tour kann auch auf zwei Tage aufgeteilt werden, wobei man auf der Hälfte der Strecke in der Hütte am Fimmvörthuháls übernachtet. Hier ist meistens kein Wasser vorhanden, nur Schnee. Der Höhenunterschied dieser Wanderung beträgt 1.100 Meter.

Landmannalaugar (Laugavegur)

Ein Klassiker unter den isländischen Wanderwegen

Landmannalaugar
Landmannalaugar

Landmannalaugar ist eines der schönsten Gebiete im isländischen Hochland. Hier gibt es eine Vielzahl von Wandermöglichkeiten - vom kurzen Spaziergang bis zur mehrtägigen Wanderung. So z.B. die Halbtagestouren zu den Solfataren der Brennisteinsalda, auf den Bláhnúkur, in die Schlucht Brandsgil oder zum Gipfel des Suðurnámur. Diese Touren lassen sich auch kombinieren.

Für den vielleicht bekanntesten Wanderweg Islands, den Laugavegur, benötigt man etwas mehr Zeit und Ausdauer. Dabei müssen gelgentlich auch Bäche durchwatet werden. Innerhalb von fünf Tagen kann man von Landmannalaugar über Þórsmörk nach Skógar wandern. Nach jeder Tagesetappe erreicht man eine Hütte des isländischen Wandervereins. Die Übernachtungen müssen vorher gebucht werden.

Der alte Kjalvegur

Auf den Spuren der alten Hochlandrouten

Der alte Kjalvegur wurde bereits im Mittelalter zur Durchquerung des Hochlandes über die Kjölur genutzt. Die heutige Hochlandpiste F35 führt etwas weiter östlich des ursprünglichen Reitweges. Die südliche Strecke vom Hvitárvatn bis Hveravellir kann in drei gemütlichen Tagesetappen begangen werden. In entsprechenden Abschnitten finden sich Hütten des Isländischen Wandervereins. Zur Übernachtung in den Hütten ist in der Sommersaison eine Reservierung dringend erforderlich. Eine viertägige Tour mit Hin- und Rückfahrt von/nach Hvítárvatn bzw. Hveravellir kann bei BSÍ am Busbahnhof in Reykjavík gebucht werden.

Reykjalið - Grjótagjá - Hverfjall - Dimmborgir

Aschekegel und Dunkle Burgen am Mývatn

Grjótagja
Lavaspalte oberhalb der Grjótagja.
Links hinten der Aschekrate Hverfjall.

Diese Wanderung führt entlang einer wichtigen Sehenswürdigkeiten in der Region des Sees Mývatn. An der Abzweigung der Straße 1 in Reykjalið nach Egilsstaðir beginnt der Weg dieser etwa vierstündigen Tour. Durch ein älteres Lavafeld und durch üppige Vegetation gelangt man zu der Grotte Grjótagjá. Die Wassertemperaturen sind hier seit den Krafla-Feuern der 1980er Jahre gestiegen und sind inzwischen nicht mehr zum Baden geeignet. Gegenüber des Haupteingangs der Grotte führt der Weg weiter über eine Ebene auf den Aschekrater des Hverfjall zu. Kurz vor dem Erreichen dieses Naturmonuments muss eine Zaun auf einer Holzleiter überstiegen werden.

Der Höhenunterschied bis zum Kraterrand beträgt etwa 150 Meter, kann aber problemlos gemeistert werden. Auf dem Kraterrand steigt der Weg nun nochmals rund 50 Meter bis zum Südrand an. Von hier hat man einen schönen Blick auf den ein Kilometer breiten Krater sowie auf den westlich gelegenen See Mývatn.

Der Abstieg ist relativ steil und sandig, aber nicht schwer zu begehen. Nach wenigen Minuten stößt man auf die mit Spaziergängen durchzogenen Lavaformationen von Dimmuborgir. In verschiedenen Variationen kann man aus den ausgeschilderten Wegen nun bis zum Parkplatz dieser Sehenswürdigkeiten laufen. Entlang der Straße erreicht man nach etwa einer Stunde den Ausgangspunkt in Reykjalið.

Von Leirhnúkur bis Reykjalið

Heiße Quellen am Krafla

Im Sommer fährt zweimal täglich ein Bus von Reykjalið am Mývatn zum Explosionskrater Vítí. Man steigt jedoch schon am Parkplatz Leirhnúkur aus und beginnt dort die nachfolgend beschriebene, fünfstündige Wanderung zurück nach Reykjalið.

Der markierte Weg beginnt direkt am Parkplatz und führt nach etwa 15 Minuten Gehzeit zum Berg Leirhnúkur. Man folgt dem Pfad jedoch nicht direkt Richtung Reykjalið, sondern orientiert sich an dem gut ausschilderten Rundweg um den Gipfel. Hier führt der Weg an Solfataren und den Laven der Krafla-Feuer der 70er und 80er Jahre vorbei zu schön geformten Kratern dieser Ausbruchsserie. Anstatt südlich des Leirhnúkur wieder zum Parkplatz zurückzukehren, schlägt man nun den Weg Richtung Reykjalið ein.

Auf dieser Strecke zum Ort passiert man den Aussichtsberg Hlíðarfjall. Als Variante zu der hier beschriebenen Tour kann der Gipfel auch bestiegen werden. Der Aufstieg ist teilweise recht mühsam und führt auf dem gleichen Weg wieder zurück. Entlang der Eldá-Lava, die von den Mývatn-Feuern des 18. Jahrhunderts stammt, geht man nun weiter bis Reykjalið und erreicht den Ort in Höhe des Camping-Platzes.

Die Pseudokrater am Mývatn

Spaziergang am See

An der Südseite des Mückensees beginnt dieser kleine Spaziergang gegenüber der Cafeteria (Supermarkt vorhanden). Der Weg führt zum Teil entlang des Sees und auf einige Pseudokrater hinauf. Der Rundgang dauert etwa eine halbe Stunden.

Die Seehundbucht

Wo man garantiert auf Seehunde trifft

An der Nordspitze der Halbinsel Vatnsnes in Nordwestisland liegt die Seehundbucht (Hindisvík). Hier trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit Seehunde an, die sich aus der Nähe beobachten lassen. Der Weg beginnt an der Straße Nr. 711 und führt über ein Viehgatter zur Bucht. Die Gehzeit beträgt etwa eine halbe Stunde je Richtung.

Eldborg

Vulkanbesteigung im Osten der Snæfellsnes-Halbinsel

Bei einer Gehzeit von einer Dreiviertel Stunde je Richtung ist die Besteigung des Ringwallkraters Eldborg im Osten der Halbinsel Snæfellsnes relativ bequem zu meistern. Der Weg beginnt an dem Hof Lindartunga, nahe der Straße 54, und führt zunächst über das mit Büschen bewachsene Lavafeld. Lediglich die letzten Metern des Aufstiegs zum Krater können teilweise etwas rutschig sein. Auf dem Kraterrand ist Vorsicht geboten: Dieser ist nur etwas über einen Meter breit, die Innenseite der Kraterwand jedoch über 100 Meter tief!

Glymur

Rundwanderung um den höchsten Wasserfall Islands

Glymur
Der zweithöchste Wasserfall Islands
fällt durch eine enge Schlucht

Ausgangspunkt dieser dreistündigen, anspruchsvollen Rundwanderung ist der Parkplatz des 2.000 Hektar großen Naturschutzgebietes Storibotn im Walfjord "Hvalfjörður" in Westisland. Dieses ist von der Tankstelle Botn (2,5 km) erreichbar. Der Aufstieg beginnt an dem Eisenüberstieg und führt dann durch Gestrüpp den Hang hinauf. Weiter oben muss der seichte, aber breite Fluss Botnsá durchwatet werden. (Vorsicht - bei Hochwasser starke Strömung).

Nach Überquerung eines matschigen Geländes erreicht man die Schlucht, die man in südlicher Richtung folgt. Der Wasserfall Glymur lässt sich von drei, in die Schlucht vorgelagerten Aussichtspunkten betrachten. Am Ende der Schlucht geht ein sehr steiler Weg zum Fluss hinunter. Über eine Brücke kommt man auf die andere Seite der Schlucht. Man folgt dem etwas angenehmer zu gehenden Pfad und gelangt schließlich zu einem breiten Fahrweg. Dieser führt zurück zum Parkplatz.

Látrabjarg

Kurzwanderung oder 3-Tages-Tour entlang der Vogelklippen

Papageitaucher
Papageitaucher an den Klippen von Látrabjarg

Der westlichste Punkt Europas liegt and den Steilklippen von Látrabjarg in den Westfjorden. Diese erstrecken sich über eine Länge von etwa 14 Kilometern. Eine Wanderung kann hier also nach belieben ausgedehnt werden. Vom Parkplatz Látrabjarg, der westlichsten Spitze Europas, führt ein Weg entlang der bis zu 450 Meter hohen Vogelfelsen in Richtung Osten. Einen Rundweg gibt es leider nicht, so dass man auf dem gleichen Pfad zurückgehen muss.

Möglich ist allerdings auch eine 3-Tages-Tour, die von Látrabjarg an der Hütte Keflavík (Übernachtung) bis Rauðasandur führt, wir man auf ausgedehnte Muschelsandbänke trifft. Dort findet man in der Nähe die Hütte von Melanes (Übernachtung). Am dritten Tag führt der Weg über die Hochebene Sandsheiði und endet an der Weggabelung der Straßen 62 und 611 am Barðaströnd.

Vestmannaeyjar

Papageitaucher und Vulkanbesteigungen

Heimaey
Heimaey mit den Vulkanen Eldfell und Helgafell

Ein Weg entlang der Westküste der Insel Heimaey beginnt am Golfplatz im Tal Herjólfsdalur und führt bis zum Leuchtturm Stórhöfði an der Südspitze der Insel. Die Westmännerinseln sind bekannt für ihre großen Papageitaucherkolonien. Entlang dieses Wanderweges lassen sich zahlreiche Vögel dieser Art beobachten. Insbesondere an der Südspitze der Insel befinden sich riesige Kolonien. Der Weg ist ungefähr sechs Kilometer lang. Nennenswerte Höhenunterschiede sind lediglich im Süden beim Anstieg in Richtung des Leuchtturms zu überwinden.

Eine andere kurze Wanderung auf Heimaey, bei der die Höhenunterschiede schon beträchtlicher sind, führt auf den ca. 5000 Jahre alten Vulkan Helgafell und den im Jahre 1973 entstandenen Schlackenkegel Eldfell. Der Pfad auf die 226 Meter hohe Helgafell ist ausgeschildert und beginnt am südöstlichen Ortsausgang. Der Abstieg erfolgt am Nordwesthang des Vulkans.

Zwischen Helgafell und Eldfell trifft man auf ein Schild, das den Weg auf Eldfell ausweist. Der Pfad auf den 205 Meter hohen Gipfel verläuft über den Südgrad des Kraters. Der Abstieg über die Nordseite ist sehr steil und rutschig und nur dem geübten Wanderer anzuraten. Im Nordosten steigt man dann über das neue Lavafeld von 1973 zurück zum Ort. Schilder weisen hier auf die alten Straßen hin, die heute rund 15 bis 20 Meter unter der Lava begraben sind.


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