Westisland und Westfjorde
Hraunfossar
|

|
|
Hraunfossar
|
|
Westlich des Langjökull, dem zweitgrößten Gletscher Islands, nicht weit von Húsafell, stürzen über eine Strecke von einem Kilometer unzählige kleine Bäche aus
einer Felswand in den Fluss Hvitá und bilden die Hraunfossar. Der obere Teil dieser Felswand besteht aus wasserdurchlässiger Lava des Hallmudarhraun, einem
Lavastrom, der von rund 1200 Jahren ausgeflossen ist. Der untere Teil besteht aus einer wasserundurchlässigen Basaltschicht. Nach dem Versickern fließt das
Wasser auf dem Basalt unterirdisch weiter und tritt schließlich aus der Felswand hervor.
Die Höhlen im Hallmudarhraun
Von den Hraunfossar ostwärts erstreckt sich das etwa 1.200 Jahre alte Lavafeld Hallmundarhraun, in dem sich die größten
isländischen Höhlen befinden. Sie entstanden, als sich die Lava an der Oberfläche und am Rand abkühlte, die noch flüssige
Lava im inneren des Lavastroms aber durch das Brechen eines natürlichen Staudamms plötzlich weiter fließen konnte. Zurück blieben U-Bahnschacht ähnelnde Höhlengänge.
Die bekanntesten Höhlen sind Stefánshellir und Surtshellir. Letztere hat zwei Eingänge, die durch Deckeneinbrüche
entstanden sind. Bei einem Gang durch die Höhle sind gute Taschenlampen und warme Kleidung unbedingt erforderlich.
Auch Handschuhe sind zu empfehlen, da das Begehen der Höhle vorwiegend mit Klettern über Basaltblöcke verbunden ist.
Dabei kann man sich an den scharfkantigen Felsen ernsthafte Verletzungen zuziehen. Daher sollte man die Höhlen auch
keinesfalls alleine betreten. Da sie relativ selten besucht werden, ist im Falle einer Verletzung nicht mit schneller Hilfe zu rechnen.
Halbinsel Snæfellsnes
Wo der Gletscher den Himmel trifft, hört das Land auf irdisch zu sein und die Erde wird eins mit dem Himmel. Es gibt keine
Sorgen mehr, und deshalb ist Freude nicht erforderlich. Dort regiert nur die Schönheit, jenseits allen Verlangens.
(Halldór Laxness, „Weltlicht”)
|

|
|
Kirkjufell auf Snæfellsnes
|
|
Eine ca. 300 km lange Fahrt um die Halbinsel Snæfellsnes zeigt „Island en miniature”, so wird die Halbinsel jedenfalls häufig beschrieben. An ihrer westlichen Spitze liegt der Snæfellsjökull. Dieser 11 qkm große Gletscher bedeckt einen 1.446
m hohen Stratovulkan. Es heißt, der Berg habe eine „magische” Ausstrahlung und
Anziehungskraft. Jules Vernes wählte ihn in seinem bekannten Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde” als Einstieg in das Erdinnere. Auch in dem Roman „Am
Gletscher” des isländischen Autors und Nobelpreisträgers Halldór Laxness spielen sich am Fuße des Gletschers mysteriöse Dinge ab, die nicht irdisch zu sein scheinen.
Die Erstbesteigung des Snæfellsjökull fand erst im Jahre 1754 durch zwei in
Kopenhagen studierende Isländer statt. Heute ist eine Besteigung kein großes Problem, jedoch ist im Sommer vermehrt mit
Gletscherspalten zu rechnen. Die günstigste Zeit für eine Besteigung ist in den Monaten von März bis Mai. Bei klarem Wetter kann man von hier bis Reykjavík sehen.
An der Nordküste der Halbinsel liegt der kleine Fischerort Ólafsvík (1.080 Einwohner). Er war der erste Ort Islands, der vom
dänischen König eine offizielle Handelslizenz erhielt. Bei einem kurzen Aufenthalt lohnt sich ein Besuch des
Seemannsgartens. Weiter östlich auf der Halbinsel passiert man den 436 Meter hohen Berg Kirkjufell. Er ist das Wahrzeichen
der rund 850 Einwohner zählenden Stadt Grundarfjörður am Ende des gleichnamigen Fjordes.
Die Westfjorde
Die Nordwest-Halbinsel ist für isländische Verhältnisse geologisch relativ alt. Die Eiszeitgletscher des Pleistozän haben hier
tiefe Fjorde in das Hochplateau geschnitten. Der vom Hochland abgesehen am dünnsten besiedelte Teil Islands ist vom
Tourismus kaum erschlossen. Zwar findet man hier nicht die dramatischen Naturschauspiele, die man entlang des
zentralisländischen Grabens bewundern kann, doch ist diese Gegend deshalb nicht weniger interessant.
|

|
|
Papageitaucher bei Látrabjarg
|
|
Látrabjarg
Insbesondere an den Vogelklippen von Látrabjarg, dem westlichsten Punkt Europas
, lassen sich unzählige Seevögel beobachten. Vor allem der Papageitaucher ist hier im Vergleich zu anderen Gegenden des Landes ungewöhnlich zutraulich. Als einer
der größten Vogelfelsen Islands erstreckt sich die über 400 m hohe Steilwand 14 km die Küste entlang. Vom Parkplatz aus lassen sich hier Spaziergänge und
Wanderungen beliebiger Länge unternehmen.
Dynjandi
|

|
|
Dynjandi
|
|
Auf dem Weg von Látrabjarg in Richtung Norden befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit der Halbinsel. Am Ende des Borgarfjörður stürzen mehrere
Wasserfälle, darunter auch der „Bergwasserfall” Fjallfoss (Dynjandi) rund 100 Meter über mehrere Kaskaden in die Tiefe. Wenige Kilometer weiter befindet sich der
Pfarrhof Hrafnseyri, auf dem Jón Sigurðsson, der Begründer der isländischen Unabhängigkeitsbewegung im 19. Jahrhundert geboren wurde. Es lohnt sich, das
dort angeschlossene Museum zu besuchen. Wer die Aussicht auf die Fjordlandschaft dieser Gegend genießen möchte, sollte auf dem Weg nach
Ísafjörður einen Aufstieg auf den Aussichtsberg Sandafell nicht verpassen. Auf der Ostseite des Berges führt auch eine Jeeppiste auf den Gipfel.
Ísafjörður
|

|
|
Blick auf Ísafjörður
|
|
Mit 3.000 Einwohnern ist Ísafjörður die „Metropole” der Westfjorde und Zentrum der Fischindustrie dieser Region. Die Kleinstadt ist von 700 m hohen Steilwänden
umgeben. Eine Sandbank bietet dem Hafen einen idealen Schutz vor dem tobenden Meer. Von Ísafjörður aus fahren in den Sommermonaten häufig Boote auf die andere
Seite des Fjordes, wo sich ein wunderschönes und einsames Wandergebiet befindet: Hornstrandir im nördlichsten Teil der Westfjorde ist schon seit langer Zeit
nicht mehr bewohnt. Sowohl hier, als auch an der Küste südlich von Hólmavík trifft man immer wieder auf Treibholz, das von Sibirien nach Island gelangt ist. Auf der
nahezu baumlosen Insel war dieses Holz insbesondere in früheren Jahrhunderten ein wertvolles Gut.
Weitere Themen

|