Wikinger

Die Wikinger

Hier wird das Zeitalter der Wikinger zunächst grob skizziert und ein chronologischer Überblick gegeben. Auf den folgenden Seiten gehen wir näher auf die Siedlungen und Entdeckungen der Wikinger im Nordatlantik ein. Wer die Lebensart der Wikinger hautnah kennen lernen möchte, kann eines der vielen mittelalterlichen Wikingerfeste besuchen, die vorrangig in Skandinavien, aber auch in Mitteleuropa veranstaltet werden. Das Wikingerfest in Hafnafjörður in Island soll auf diesen Seiten kurz vorgestellt werden.

Wikingerschiff Inhalt:



Der Name “Wikinger”

Woher die Bezeichnung “Wikinger” stammt ist heute nicht eindeutig geklärt und wird immer wieder diskutiert. möglicherweise leitet sich der Begriff von dem altnordischen Verb "víkingr" ab, das soviel bedeutet wie “Rauben” oder “Plündern”. Andere Historiker sehen den Ursprung des Namens im lateinischen Wort "vicus", womit fahrende Männer gemeint sind, die auf Schiffen geschickt und schnell von einem Ort zum nächsten kommen.

Die Nordmänner in Europa

Wikingerfest in Hafnarfjörður
Schmiede beim Wikingerfest
in Hafnarfjörður, Island
Das Zeitalter der Wikinger begann aus Sicht einiger Historiker mit einem Überfall nordischer Seeleute auf die Abtei Lindisfarne in Northumberland im heutigen England am 8. Juni 793 n. Chr. Auch in den Jahren zuvor hatten heidnische Seefahrer bereits Überfälle vor allem auf den Britischen Inseln und Irland durchgeführt. Mit ungezügelter Wildheit brachen weitere Nordmänner am Ende des achten Jahrhunderts aus den nordeuropäischen Häfen auf. Sie gründeten ein Zeitalter der Entdeckung, des Handels und der Kolonisation. Zwar gelten die Nordmänner auch heute noch als grausame Rohlinge, doch sind viele Wissenschaftler inzwischen der Auffassung, dass sie die etablierten, europäischen Zivilisationen eher bereichert als beschädigt haben. Die Wikinger waren nicht nur brutale Krieger, sondern auch Bauern, Handwerker, Politiker, Kaufleute und Ästheten, die stattliche Schiffe entwarfen und bauten. Aber auch Dichter und Künstler fand man unter ihnen, die Europas Horizonte erweiterten. Mündlich wurden beispielsweise in Island Helden- und Göttergeschichten und Gedichte überliefert, die erst über 100 Jahre nach Ende der Wikinger-Zeit in Island aufgeschrieben wurden. Die isländischen Sagas und die Edda ist heute weltberühmt. Und auch Städte wie Dublin oder Reykjavik würde es ohne die Wikinger heute wahrscheinlich nicht geben.

Die meisten Skandinavier des Wikinger-Zeitalters kamen aus Norwegen oder Dänemark. Ihre Raubzüge führten sie auf die Britischen Inseln, Irland und ins Frankenreich. Die Normandie im Norden Frankreichs erhielt ihren Namen von den "Nordmännern". Ebenso leitet sich die die Bezeichnung "Normannen" von den Nordmännern ab. Die westlichen Wikinger erreichten bei ihren Weiterfahrten auch die Iberische Halbinsel und sogar Nordafrika. Andere Nordleute siedelten auf den Orkney- und Shetland-Inseln und den Färöer. Im 9. Jahrhundert besiedelten sie Island und erreichten auf ihren Entdeckungsfahrten auch Grönland und Nordamerika.

Wikingermuseum Roskilde
Wikingermuseum Roskilde, Dänemark
Wikinger aus dem heutigen Ost-Schweden hingegen segelten in Richtung Osteuropa und erkundeten auf Flüssen sogar die Weiten Russlands. Finnen und Slawen bezeichneten die schwedischen Wikinger als "Waräger" oder "Rus", die ab dem Jahr 750 im heutigen Russland und Weißrussland siedelten und diesen Ländern ihren Namen gaben. Selbst das Byzantinische Reich lag auf den Raubzügen der Nordmänner, wo sie im Jahre 860 in Konstantinopel einfielen.

Eine besondere Stärke der Wikinger war der Schiffsbau. Die bekannten Drachenschiffe waren leichter, schlanker, schneller und damit besser manövrierbar als die schweren Segelschiffe anderer Europäer. In Skandinavien lebten die Menschen nahe der Küste und konnten sich auch auf Binnengewässern und Flüssen gut zurecht finden. Ihre Geschicklichkeit beim Segeln und der Navigation sowie gute geographische Kenntnisse brachten ihnen bei militärischen Auseinandersetzungen große Vorteile. Die Wikingerzeit endete mit dem 11. Jahrhundert. Als wesentliche Gründe werden heute genannt:


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