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Ostfjorde und Umgebung
 

Vatnajökull

Vatnajökull

Eismassen am Vatnajökull

Mit 8.300 qkm ist der Vatnajökull der größte Gletscher Islands und damit fast zehn Mal so groß, wie das Bundesland Berlin. Er bedeckt etwa 8 Prozent der Fläche Islands, und das Eis ist stellenweise bis zu 1.000 Meter dick. Damit ist der Vatnajökull auch der größte Gletscher Europas und nach Antarktis und grönländischem Inlandeis die drittgrößte zusammenhängende Eismasse der Erde. Der mächtige Eispanzer verbirgt unter sich ganze Täler und Berge - aber auch aktive Vulkane. Und hier, im aktivsten Vulkangebiet Islands, kommt es regelmäßig zu subglazialen Eruptionen, für die Island bekannt ist. Die Eisschicht verhindert zwar Zerstörungen durch große Lavamassen, doch wenn das Magma das Eis schmilzt, kann dies zu enormen Überschwemmungen führen. So auch beim Ausbruch des Bárðabunga im Herbst 1996. Im Sandergebiet südlich des Vatnajökull, wo normalerweise ein kleines Rinnsal plätschert, hatte der Gletscherlauf mit 45 .000 m³/s am 6. November 1996 seine maximale Wasserführung erreicht. Die für Island wichtige Ringstraße wurde völlig zerstört.

Eine weitere Besonderheit des Vatnajökull sind die Grimsvötn unter dem westlichen Teil der Eiskappe. Hier sind durch heiße Quellen Seen unter dem Eis entstanden. Ein ähnliches Phänomen findet der Besucher auch am Nordrand des Gletschers. Im Kverkfjöll-Massiv haben heiße Quellen zahlreiche Eishöhlen gebildet.
 

Svartifoss im Nationalpark Skaftafell

Svartifoss

Skaftafell

Windgeschützt zwischen hohen Bergen liegt Skaftafell. Der im September 1967 eingerichtete Nationalpark verfügt über eine für Island ungewöhnlich üppige Vegetation. Der Ausblick auf große Gletscherzungen des Vatnajökull und zahlreiche Wasserfälle laden zu einer kleinen Wanderung ein. Vom Touristenzentrum, vorbei am Campingplatz, führt ein Weg zum nur zwölf Metern hohen Svartifoss (ca. 45 Min.). Dieser hübsche Wasserfall gehört zu den Hauptattraktionen des Parks. Folgt man dem Weg weiter, hat man eine beeindruckende Sicht auf den vergletscherten Hvannadalshnúkur, der mit 2.119 Metern der höchste Berg Islands ist. Im Jahr 2007 wurde der bis dahin zweitgrößte Skaftafell-Nationalpark erweitert und umbenannt. Der neue Park mit dem Namen Vatnajökulsthjódgardur (Vatnajökull-Nationalpark) erstreckt sich nun über ein Achtel der Gesamtfläche Islands und reicht von Skaftafell über den Vatnajökull bis hin zum Jökulsárgljúfur Nationalpark in Nordisland. Vatnajökulsthjóðgardur ist mit einer Fläche von rund 12.000 Quadratkilometern nun der größte Nationalpark Europas.
 

Jökulsálón

Jökulsárlón

Gletschersee Jökulsárlón

Nicht weit von Skaftafell entfernt befindet sich zwischen Vatnajökull und Meer die Gletscher-Lagune Jökulsárlón. Durch den Rückzug einer Gletscherzunge des Vatnajökull hat sich an dieser Stelle ein kleiner Fjord gebildet, der aber nicht von Meerwasser gefüllt ist, sondern von Schmelzwassern des Vatnajökull. Von den Gletscherzungen stürzen immer wieder Eisblöcke in das Schmelzwasser und werden dann über einen nicht sehr langen Fluss zum Meer transportiert. Auch wenn es nicht so aussieht: Der wenige Hundert Meter lange Fluss und der nur 8 qkm große See erreichen an einigen Stellen eine Tiefe von bis zu 284 Metern. Der Jökulsárón ist neuesten Messungen zufolge der tiefste See Islands.
 

Die Ostfjorde

Lögurinn-See in Ostisland

Lögurinn

Zentrum der Ostfjorde ist die 1.600 Einwohner zählende Stadt Egilsstaðir. Das erste Haus wurde hier erst 1944 errichtet, doch ist der Ort seit dem Bau des Inlandflughafens und der Anbindung an die Ringstraße zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Ostens geworden. Die vom europäischen Festland ankommenden Fähren legen zwar in Seyðifjörður an, aber die erste Anlaufstelle an Land ist für Touristen meistens Egilsstaðir. An Sehenswürdigkeiten hat der Ort nur wenig zu bieten, jedoch ist er der erste Ausgangspunkt für viele Tagesausflüge im Osten Islands.

Direkt bei Egilsstaðir liegt der Lögurinn-See, der drittgrößte Binnensee Islands. Er reicht aufgrund seiner Maximaltiefe von 112 Metern bis zu 90 Metern unter den Meeresspiegel. Auffallend ist das auf der Ostseite des Lögurinn liegende Waldgebiet. Hier wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts mit der Aufforstung Islands begonnen. Bereits 1905 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt. Heute findet der Besucher in diesem größten Wald der Nordatlantikinsel Pflanzen aus Nordamerika, Europa und Asien. Auf der Südwestseite des Sees führt ein kleiner Weg hangaufwärts zum dritthöchsten Wasserfall des Landes - dem Hengifoss (118 m). Auf dem Weg dorthin passiert man auch den von Basaltsäulen gezierten Wasserfall Litlanesfoss.

Mjoifjörður

Mjoifjorður

Der Osten Islands ist geologisch relativ alt. Er bietet daher keine spektakulären Touristenattraktionen, wie Solfataren und Geysire. Aber für den geologisch interessierten Besucher bieten sich zahlreiche Ausflüge in die tiefen Fjorde, z.B. nach Borgarfjörður Eystri, in denen man auf einige Fossilienfundstellen stößt. Mit einem Geländewagen ist auch eine Tour in das östliche Hochland möglich. Ein Ziel ist oft der schneebedeckte Berg Snæfell, der schon von weitem sichtbar über die Ebenen ragt. Von der gleichen Hochlandpiste aus gibt es auch Verbindungen zur Askja und Kverkfjöll im östlichen Hochland. Diese Ziele sind jedoch von den Ostfjorden aus nicht als Tagesausflug geeignet und nur mit einem guten Geländewagen erreichbar.

 

Bildergalerie 3: Ostfjorde und Umgebung
 

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