Sehenswürdigkeiten auf Reykjanes

Wer mit dem Flugzeug anreist, bekommt bei der Fahrt vom Flughafen nach Reykjavík einen ersten Eindruck von Island. Im Vergleich zu anderen Landstrichen ist die Reykjanes-Halbinsel vom Tourismus weniger erschlossen. Von den rund 23.000 Menschen (ca. 7% der isl. Bevölkerung) leben die meisten an der Nordküste von Reykjanes. Die Mitte, der Westen und der Süden sind dünner besiedelt und gerade hier finden sich einige interessante Orte, die einen Besuch lohnen. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Highlights auf Reykjanes vor. Zahlreiche Fotos mit weiteren Informationen zu Sehenswürdigkeiten und andere Attraktionen der Region finden Sie in der Bildergalerie Halbinsel Reykjanes.

Die Blaue Lagune

Blaue Lagune in Island
Blaue Lagune

Die bekannteste Badestelle Islands ist die, einige Kilometer nördlich von Grindavík gelegene Blaue Lagune. Seit 1978 versorgt das hier ansässige geothermische Kraftwerk den Flughafen und die umliegenden Ortschaften mit Heißwasser und Strom. Die aus etwa 2.000 Metern Tiefe geförderte Salzlauge wird zum Erhitzen von Süßwasser verwendet. Das Salzwasser wird dann in ein benachbartes Auffangbecken geleitet, das nun die Blaue Lagune bildet.

Diese wird inzwischen als Touristenattraktion vermarktet und verzeichnet mittlerweile jährlich über 200.000 Badegäste. Zusätzlich wurde in der Nachbarschaft eine Kurklinik errichtet. Das mineralisierte Wasser wirkt nämlich heilend bei Hautkrankheiten, wie z.B. der Schuppenflechte. Auch Hautpflegeprodukte wurden auf den Markt gebracht und sind u.a. in jedem Souvenir geschäft in Island erhältlich. Die Blaue Lagune wurde im Sommer 1999 um einige hundert Meter verlegt und die Einrichtung modernisiert.

Rundfahrt über Reykjanes

Blaue Lagune in Island
Der Mittelatlantische Rücken
auf Reykjanes

Die Halbinsel Reykjanes hat aber noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten als nur die Blaue Lagune und den internationalen Flughafen. Sie liegt in der aktiven Vulkanzone Islands und beherbergt einige Vulkankrater, die sich in kurzen Wanderungen besteigen lassen. Auch heiße Quellen und Solfatarenfelder sind auf der “Rauch-Halbinsel” Reykjanes anzutreffen. Das bekannteste Solfatarenfeld befindet sich bei Krýsuvík und ist unterschiedlich stark aktiv, denn häufige Erdbeben in der Region lassen die heißen Quellen mal stärker und mal schwächer an die Erdoberfläche sprudeln. Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall. Von hier aus lassen sich auch einige Wanderungen unternehmen.

Interessant ist auch die Westküste der Halbinsel. Eine artenreiche Vogelwelt kann nahe des Leuchtturms im Südwesten beobachtet werden. Und einige Kilometer weiter nördlich stößt man auf breite Risse im Untergrund, die durch das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten gebildet wurden. Man sagt, der Mittelatlantische Rücken gehe an dieser Stelle an Land. Tatsächlich zieht die Plattengrenze von hier quer durch Island bis in den Nordosten der Insel.

Eldey

Etwa 21 km südwestlich der Halbinsel Reykjanes ragt die Insel Eldey (isl. Feuerinsel) aus dem Meer. Sie ist vom Süden und Westen der Halbinsel Reykjanes bei gutem Wetter deutlich mit bloßem Auge zu erkennen. Der Felsklotz mit seinen bis zu 70 Meter hohen Steilklippen ist jedoch nicht für Touristen zugänglich. Im Jahre 1940 wurde Eldey unter Naturschutz gestellt. Die Insel beherbergt heute eine der größten Basstölpel-Kolonien der Welt. Bis zu 40.000 Vögel dieser Art nisten hier. Auch für den mittlerweile ausgestorbenen Riesenalk war diese kleine Landmasse ein beliebter Brutplatz. Nachdem er in Kanada, Grönland und auf den Faröer Inseln bereits ausgerottet war, stellte Island den letzten Zufluchtsort dar. Die weltweit letzten zwei Exemplare des ausgestorbenen Riesenalks kamen 1844 auf Eldey zu Tode. Ein ausgestopftes Exemplar ist heute im Naturkundlichen Museum in Reykjavik zu sehen.


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