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Isländer lehnen Entschädigung für Icesave-Verluste ab
Darmstadt (Eldey.de) - Bei einer Volksabstimmung am vergangenen Wochenende haben sich über 93 Prozent der stimmberechtigten Isländer gegen Entschädigungszahlungen
in Höhe von von insgesamt 3,9 Milliarden Euro an die Niederlande und Großbritannien ausgesprochen. Nur 1,8 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für die Entschädigungszahlungen. Die
restlichen Stimmen waren ungültig.
Das Ergebnis des Referendums sei keine Überraschung, erklärte Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir nach der Abstimmung. Sie kündigte an, mit Großbritannien
und den Niederlanden nach einer günstigeren Lösung zu suchen. Beide Länder haben Island inzwischen die Bereitschaft zu neuen Verhandlungen über die Milliardenschulden signalisiert.
Nach dem Zusammenbruch der isländischen Landsbanki mit ihren so genannten Icesave-Konten im Oktober 2008 hatten die Regierungen der Niederlande und Großbritanniens
ihre Landsleuten für den Verlust ihrer Spareinlagen entschädigt. Das isländische Parlament verabschiedete daraufhin im Dezember vergangenen Jahres mit knapper Mehrheit ein Gesetz zur
schrittweisen Rückzahlung der Gelder an die Regierungen in London und Den Haag bis 2024. Nach massiven Protesten in der Bevölkerung wurde das Gesetz jedoch von Präsident Grímsson nicht
unterzeichnet und ein Volksentscheid beschlossen.
Die Volksabstimmung an diesem Wochenende war der erste Volksentscheid in Island seit 1944. Damals wurde über die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark und
Ausrufung der Republik Island abgestimmt. (08. März 2010)
Auswanderungswelle aus Island
Darmstadt (Eldey.de) - Im Jahr 2009 verzeichnete Island die größte Auswanderungswelle seit über 120 Jahren. Rund 10.600 Menschen verließen die Nordatlantikinsel.
Dem stehen ca. 5.800 Zuwanderer gegenüber. Diese Zahlen veröffentliche das Isländische Amt für Statistik in dieser Woche. Grund für die Auswanderungswelle seien die dramatischen Entwicklungen
auf dem Arbeitsmarkt, die im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise und dem Zusammenbruch des isländischen Bankensystems entstanden waren. Ein großer Teil der Auswanderer seien
jedoch nicht gebürtige Isländer, sondern Bürger ausländischer Herkunft, die auf der Suche nach mehr Lebenswohlstand zu wirtschaftlich besseren Zweiten nach Island gekommen waren. In absoluten
Zahlen war jedoch der Strom an Einwanderern nicht niedriger als in früheren Jahren.
Eine im Verhältnis zur Einwohnerzahl Islands ähnlich große Auswanderungswelle fand zuletzt 1887 statt als etwa 2.200 Isländer nach Nordamerika auswanderten. Ein
Grund war damals der Ausbruch der Askja im östlichen Hochland, bei dem 1885 der heutige Explosionskrater Viti entstanden ist. Der Ascheregen der Eruption hatten weite Teile des Weidelandes in Ostisland unfruchtbar gemacht und etwa 2.200 Menschen zum Auswandern nach Nordamerika bewegt. Zudem bewegten Armut und Ausbeutung der Landarbeiter viele Menschen zur Auswanderung in die Neue Welt. (20. Februar 2010)
Hallgrimskirkja erhält neue Eingangstür
Darmstadt (Eldey.de) - Eine neue Bronzetür ziert ab sofort den Eingangsbereich der Hallgrímskirkja in Reykjavik. Entworfen wurde sie von dem Künstler Leifur
Breidfjörd, der bereits vor 25 Jahren mit der Gestaltung der Kirchenfenster beauftragt worden war. In Anlehnung an seine damaligen Ideen entwarf er eine Eingangstür, die in Einklang mit den
Fenstern des Reykjaviker Wahrzeichens steht. Bei dem Werk handelt es sich um eine vierseitige Tür aus blauem Glas in deren Innenbereich sich ein Metalltor befindet. Besonders auffällig sei
die Harmonie zwischen Kirchentür und Fenstern in der Abenddämmerung, schrieb die Tageszeitung Morgunblaðið. (03. Februar 2010)
Island holt bei Handball-EM Bronze
Darmstadt (Eldey.de) - Bei der Handball-EM der Herren in Österreich hat Island die Bronzemedaille gewonnen. Nach einer Niederlage im Halbfinale gegen Weltmeister
Frankreich konnte sich die Mannschaft um Nationaltrainer Gudmundur Gudmundsson beim Spiel um den dritten Platz gegen Polen durchsetzen.
Ab Mitte der ersten Halbzeit sah Island zunächst wie der sichere Sieger aus, musste aber im zweiten Durchgang doch noch einmal zittern. Polen startete nach der
Pause (18:10) eine furiose Aufholjagd und erzielte sechs Tore in Folge. Erst in der Schlussphase schaffte Island mit 29:26 die Entscheidung.
Bei ihrer Rückkehr nach Island wurde die isländische Nationalmannschaft in der Sporthalle Laugardalshöll in Reykjavik von über 1.000 begeisterten Fans empfangen.
Auch Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir gratulierte den Spielern zu ihrem Erfolg. "Das ist ein neues Kapitel in der Handball-Geschichte Islands. Zwei Medaillen hintereinander hat
es noch nie gegeben", sagte Trainer Gudmundsson gegenüber der Presse. Island hatte bereits 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Silber geholt.
Im Finale der Handball-EM besiegte Frankreich den WM-Zweiten Kroatien mit 25:21 und bleibt damit nach Olympiasieg 2008 und dem WM-Titel 2009 ungeschlagen. (03. Februar 2010)
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