Ehrengast Island auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Sagenhaftes Island - Der isländische Pavillion

Frankfurt Messe
Messegelände in Frankfurt

Frankfurt (Eldey.de) - Am 16. Oktober 2011 schloss nach fünf Tagen die 63. Frankfurter Buchmesse ihre Tore. Zum Abschluss zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Mit rund 283.000 Besuchern kamen etwa so viele Fachbesucher und Bücherfreunde auf das Messegelände nach Frankfurt wie im Vorjahr. Jubel gab es aber vor allem beim diesjährigen Gastland Island. Medien bezeichneten den Ehrengast nach Ende der weltgrößten Bücherschau als Publikumsmagneten und das "Zugpferd” der Messe, das bei den Besuchern auf mehr Interesse gestoßen ist als manche Ehrengäste der Vorjahre.

Der Direktor des isländischen Organisationskomitees, Halldór Gudmundsson, sprach von einer "überwältigenden und fast schon euphorischen Resonanz. All unsere Erwartungen und Hoffnungen sind übertroffen worden." Auch Verlage, die Werke isländischer Autoren im Programm führen, konnten sich über ein großes Interesse freuen.

In den fünf Tagen der Buchschau präsentierte sich der Ehrengast unter dem Motto "Sagenhaftes Island". Nach Bankencrash und Aschewolke konnte das deutsche Publikum den kleinen Inselstaat auf dieser Weise von seiner literarischen Seite kennenlernen. Neben Gegenwartsliteratur und zahlreichen Neuerscheinungen stand auch eine Neuedition der Isländer Sagas im Mittelpunkt des Interesses.

Im Forum 1 der Frankfurter Messehallen, wo sich bei anderen Buchmessen meist medial hochgerüstet und auffälligem Design präsentiert, wagte Island den Schritt zur Schlichtheit und Besinnlichkeit. In der abgedunkelten Halle sollte die Literatur im Vordergrund stehen. So gestalteten die Organisatoren einen Teil der Halle als gemütliches, isländisches Wohnzimmer mit Sofas und Sesseln sowie Holztischen und Teppichen, das zum genussvollen Lesen einlud. Eine Cafébar aus antiken Möbeln sorgte für Kaffee und Kuchen.

In einer, auf eine Seite offenen Holzkiste auf der Rückseite des Cafés, konnten aufmerksame Besucher dem aus Radio-Pausen zusammen geschnittenen Seufzen, Schnaufen und Atmen von Halldór Laxness zuhören.

Botschafter
S.E. Gunnar Snorri Gunnarsson,
isländischer Botschafter in Berlin,
auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Unterteilt wurde die Halle von großen Leinwänden, auf denen Isländer beim Studieren ihrer Lektüre in der heimischen Lesestube zu sehen waren. Jeder der 30 isländischen Bücherfreunde wurde 29 Minuten leise und eine Minute laut lesend gezeigt. Ausgewählt wurden die 30 lesenden Personen aus allen Altersklassen aus 2.000 Teilnehmern eines isländischen Facebook-Wettbewerbs.

Großen Andrang innerhalb der Island-Halle gab es in einem würfelförmigen Pavillon, in dem ein Naturfilm im 360-Grad-Panorama gezeigt wurde. Aber auch Aufnahmen aus Reykjavik und Menschen aus Island wurden dem Zuschauer präsentiert. In einem weiteren Bereich der Messehalle 1 konnten die Besucher Podiumsgesprächen zu Themen und Autoren folgen sowie Autorenlesungen lauschen. Der Zuschauerbereich bot Platz für mehrere Hundert Menschen und war stets gut besucht. Auch an den Ständen von Verlagen und Fernsehsendern fanden Autorenlesungen und Interviews statt.

Im Erdgeschoss des Forum 1 der Messehalle wurde mit isländischen Spezialitäten wie Lachssalat und Erbsensuppe mit Lamm für das leibliche Wohl der Messegäste gesorgt.

Nach Ende der 63. Frankfurter Buchmesse übergab Halldór Guðmundsson, Leiter des isländischen Ehrengast-Auftritts, die Gastrolle offiziell an Neuseeland, dem Ehrengast 2012. (19. Oktober 2011)

Bilder von der Frankfurter Buchmesse 2011






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