Lofthellir

In einem rund 3.500 Jahre alten Lavafeld verbirgt sich östlich der Kraterreihe Lúdentarborgir am Fuße des 671 Meter hohen Hvannfell die Lavahöhle Lofthellir. Etwa 370 Meter der länglichen Höhle sind erforscht. Hierzu hat vor allem der isländische Höhlenforschungsverein, Hellarannsóknafélag Íslands, beigetragen.

Sie kann im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden. Hierfür ist jedoch etwas Geschick im Klettern und Kriechen erforderlich und der Besucher sollte in ausreichender körperlicher Verfassung sein. Zunächst steigt man über eine Leiter zum Höhleneingang hinunter und erreicht eine Art Eingangshalle. Hier hängen an kalten Tagen bereits die ersten Eiszapfen von der Decke und man bekommt einen Vorgeschmack auf das, was einen später erwartet. Der eigentliche Einstieg führt durch ein sehr schmales Loch in der Felswand, das nur auf dem Boden kriechend passiert werden kann. Höhlenforscher bezeichnen solch enge Stellen als Schluf.

Die Temperatur in der Höhle beträgt ganzjährig etwa 0°C und der Boden ist von einer mal mehr, mal weniger dicken Eisschicht bedeckt. Daher ist die Begehung nur mit Spikes an den Schuhen möglich. Dringend erforderlich sind neben Helm und warmer Kleidung auch ausreichend viel Licht, denn in der Höhle herrscht absolute Finsternis.

Neben den Lavaformationen beeindrucken in der Höhle vor allem die zahlreichen Stalagmiten und Stalaktiten aus Eis. Die von der Decke hängenden Stalaktiten werden von Niederschlagswasser gebildet, das von der Oberfläche durch die Lava sickert. Wie in einer Tropfsteinhöhle haben sich in Lofthellir aber auch Stalagmiten durch herabtropfendes Wasser gebildet. Besonders imposant sind die Eisskulpturen in der großen Halle am Ende der (für Besucher zugänglichen) Höhle. Hier steht man übrigens auf einem See aus Eis. Ohne das gefrorene Wasser unter den Füßen wäre an dieser Stelle eine knapp 20 Meter tiefe Senke im Lavastrom.
Eingang Lofthellir Stalagmiten aus Eis Lofthellir

Lofthellir
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