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Aluminiumindustrie in Island

ISAL Alcan á Íslandi hf.
ISAL Alcan á Íslandi hf. bei Hafnarfjörður

Zu den energieintensiven Industrien gehören vor allem Unternehmen der Siliziummetall- und der Aluminiumproduktion. Unternehmen dieser Art sind in Island aufgrund der günstigen Produktion bei geringen Strompreisen sesshaft geworden, obwohl der zur Aluminiumherstellung nötige Rohstoff Bauxit von Australien und Brasilien nach Island gebracht werden muss. Dieser logistische Aufwand zeigt, wie attraktiv die günstige Energie Islands für diese Branche ist.

Einige gescheiterte Projekte zu Beginn der 1990er Jahre sind auf Exportsteigerungen von Metallen aus der zerfallenden Sowjetunion zurückzuführen, die die Weltmarktpreise für solche Produkte stark sinken ließen. Nachdem Island aber in der Mitte der 1990er Jahre seine Inflation bei einem gesunden Wirtschaftswachstum im Griff hatte, zeigten sich wieder Interessenten am Standort Island:

  • Ende 1995 erweiterte die Allusuisse-Lonza ihre bereits bestehende Aluminiumhütte ÍSAL von 100.000 auf 162.000 Tonnen Jahreskapazität.

  • 1997 erfolgte die Gründung der Aluminiumhütte Norðurál als Tochtergesellschaft der amerikanischen Columbia Ventures Corporation. Sie erreicht eine jährliche Produktionsmenge von 60.000 Tonnen Aluminium.

  • Ende der 90er Jahre wurde die bereits bestehende Ferro-Siliziumhütte der Icelandic Alloys Ltd. erweitert. Dadurch wurde die bisherige Jahreskapazität von 70.000 Tonnen um 40.000 Tonnen gesteigert.

Gegenüber der Siliziumhütte hat die Aluminiumindustrie mit siebenmal höherem Export eine wesentlich bedeutendere Position in der isländischen Wirtschaft. Sie erzielt mittlerweile rund zwölf Prozent aller isländischen Exporterlöse. Der Energieverbrauch ist durch die Ansiedlung dieser Unternehmen in den 90er Jahren stark gestiegen. Die Industrieanlagen benötigen heute rund 64 Prozent des gesamten Stromverbrauchs Islands.

Energieverbrauch in Island
Energie-Verbrauch in Island in Gigawattstunden.
Die energieintensive Industrie verbaucht schon seit den 1990er Jahren mehr Elektrizität als der Rest des Landes

Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich noch verstärken. Es ist geplant, die Aluminiumproduktion in den nächsten Jahren noch weiter zu fördern. Im Juli 2002 unterzeichneten die isländische Regierung, der isländische Energieversorger Landsvirkjun und die Aluminium Company of America (Alcoa) eine Vereinbarung über den Bau einer neuen Aluminiumhütte im Osten Islands. Der größte Aluminiumhersteller der Welt Alcoa baute daraufhin im Osten des Landes die größte Aluminiumfabrik Europas, die rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen und jährlich rund 322.000 Tonnen Aluminium produzieren sollte. Die Kapazität des Kraftwerks sollte bei rund 500 Megawatt. Um diese Leistung erbringen zu können, war allerdings eine entsprechende Energieversorgung notwendig, die durch den Bau eines großen Staudamms im östlichen Hochland der Insel gewährleistet wurde. Der Bau dieses Staudamms ist bis heute umstritten, da weite Teile des Hochlands unter Wasser gesetzt wurden und einzigartige Landschaften verloren gingen. Inzwischen ist der Staudamm jedoch fertig gestellt und die Aluminiumschmelze in den Ostfjorden in Betrieb genommen worden. Dadurch hat sich der Anteil des Energieverbrauchs der Aluminiumindustrie deutlich erhöht.


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